Gottesdienstliche Gedanken am 16. Sonntag nach Trinitatis, 02.10.2022

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Gottesdienstliche Gedanken am 14. Sonntag nach Trinitatis, 18.9.2022

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Gottesdienstliche Gedanken am 8. Sonntag nach Trin. 2022, 7.8.2022

Sommerpredigtreihe

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Gottesdienst am 24. Juli 2022 6.n.Tr. mit Gnadenkonfirmation des Jahrgangs 1937/1938

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Begrüßung
Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des 
Heiligen Geistes sei mit uns allen.
- gesungen: Amen

Wir feiern miteinander Gottesdienst, zusammen mit dem Jahrgang 1937/1938, die am 24.3.1952 ihre 
Konfirmation in der Oßweiler Kirche gefeiert hatte. Heute, 70 Jahre später haben Sie schon ganz 
schön viel Lebenserfahrung gesammelt. Ein herzliches Willkommen und herzlichen Glückwunsch zu 
diesem seltenen Jubiläum, an dem doch noch etliche aus dem Jahrgang dabei sein können.
Ich wünsche Ihnen schon jetzt einen gelingenden Tag mit vielen schönen Erinnerungen und dann ein 
mutiges und zuversichtliches Weitergehen in die nächsten Tage, Monate und Jahre. Keiner von uns 
geht allein. Der Wochenspruch ist wie für sie ausgesucht: So spricht der Herr, der dich geschaffen 
hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist 
mein! (Jes 43,1)

Lied 503,1.8.9.13 Geh aus mein Herz
1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud / in dieser lieben Sommerzeit / an deines Gottes Gaben; / 
schau an der schönen Gärten Zier / und siehe, wie sie mir und dir / sich ausgeschmücket haben, / 
sich ausgeschmücket haben.
8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, / des großen Gottes großes Tun / erweckt mir alle Sinnen; / 
ich singe mit, wenn alles singt, / und lasse, was dem Höchsten klingt, / aus meinem Herzen rinnen,
/ aus meinem Herzen rinnen.
9. Ach, denk ich, bist du hier so schön / und läßt du's uns so lieblich gehn / auf dieser armen 
Erden:
/ was will doch wohl nach dieser Welt / dort in dem reichen Himmelszelt / und güldnen Schlosse 
werden, / und güldnen Schlosse werden!
13. Hilf mir und segne meinen Geist / mit Segen, der vom Himmel fleußt, / daß ich dir stetig blühe; 
/ gib, daß der Sommer deiner Gnad / in meiner Seele früh und spat / viel Glaubensfrüchte ziehe, / 
viel Glaubensfrüchte ziehe.
Text: Paul Gerhardt 1653; Melodie: August Harder vor 1813

Psalm 23 Nr. 711
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet 
mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines 
Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal. Fürchte ich kein Unglück; denn du bist 
bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner 
Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden 
mir folgen mein Leben lang  und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Eingangsgebet - Stilles Gebet
Dir, Gott, bin ich vertraut seit meinem ersten Atemzug. Was in mir und mit mir geworden ist - Du 
weißt es. Du lennst das Gelungene und das Vergebliche. An jedem Tag bist du bei mir gewesen.
Manchmal verborgen, manchmal ganz nah, spürbar gegenwärtig.
Seit wann kenne ich dich? Wann haben ich auf dein Rufen geantwortet, und habe angefangen mit dir zu 
leben?
Tag und Stunde sind nicht wichtig. Aber daß die Verbindung steht. Du hast dein Ja zu mir gesagt. 
Deine Liebe soll mir neue Horizonte erschließen. Was mich reich macht, läßt sich nicht mehr mit 
Händen greifen und zählen. Was mich reich macht, das sind die Menschen, mit denen ich lebe.
Was mich stark macht, das ist die Hoffnung des Glaubens und das Vertrauen, das du mir schenkst. 
Öffne mein Herz, Gott erfülle mich mit deinem Heiligen Geist, daß neben jeden Zweifel der Glaube 
tritt, neben jede Angst das Vertrauen und neben jede Unsicherheit die Hoffnung, die mich leitet. 
Amen.

Schriftlesung Mt 28,16-20
16Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. 17Und
als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. 18Und Jesus trat herzu und 
sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19Darum gehet hin und machet 
zu

Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes 
20und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage 
bis an der Welt Ende.

Lied 317,1-5 Lobet den Herren
1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, / meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. 
/ Kommet zuhauf, / Psalter und Harfe, wacht auf, / lasset den Lobgesang hören!
2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, / der dich auf Adelers Fittichen sicher 
geführet, / der dich erhält, / wie es dir selber gefällt; / hast du nicht dieses verspüret?
3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, / der dir Gesundheit verliehen, dich 
freundlich geleitet. / In wieviel Not / hat nicht der gnädige Gott / über dir Flügel gebreitet!
4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, / der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe 
geregnet. / Denke daran, / was der Allmächtige kann, / der dir mit Liebe begegnet.
5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen. / Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. 
/ Er ist dein Licht, / Seele, vergiß es ja nicht. / Lobende, schließe mit Amen!
Text: Joachim Neander 1680; Melodie: 17. Jh.; geistlich Stralsund 1665, Halle 1741

Predigt über Röm 6,3-8
Als Predigttext begegnen uns heute fast unverdauliche, steile theologische Gedanken des Apostels 
Paulus zur Taufe. Sie erzählen sehr theoretisch von einem Leben, das aus der Verbindung mit Gott 
seine Gestalt gewonnen hat. Sie, liebe Jubilarinnen und Jubilare, haben vor 70 Jahren, am 24. März 
1952 in der Konfirmation ihre Taufe bestätigt.
Was ist daraus geworden? Welche Impulse haben Sie mitgenommen? Hat diese Konfirmation geprägt?
Zu einem bewussten Leben aus der Taufe lesen wir in Röm 6,3-8
3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod 
getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus 
auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben 
wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden 
wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm 
gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht 
dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus 
gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden,
Paulus erzählt vom Eintauchen in die Welt des Glaubens, von einem Leben, das ganz bewusst auf 
Christus bezogen ist. Er erzählt von den Bewegungen des Glaubens die das Vertrauen wachsen lassen, 
aus dem wir aus der Kraft Gottes leben, durch unsere Gebete und durch die geteilten und erzählten 
Glaubenserfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart. Da wird der Glaube zu einer guten Möglichkeit, 
die Erfahrungen unseres Lebens zu deuten und einzuordnen, auf Gott zu beziehen und zu verstehen.

Für Paulus und seine Worte steht ein Gedanke im Mittelpunkt: Er verbindet die Taufe mit dem Sterben 
und auferweckt werden von Jesus. Durch die Taufe tragen wir als Getaufte die Zeichen von Sterben 
und auferweckt werden an uns.
Heute veranstalten einige Gemeinden Ludwigsburgs unten am Neckar ein großes Tauffest mit vielen 
Täuflingen und etwa 900 Gästen. Die meisten Täuflinge werden ganz normal am Ufer getauft. Einzelne 
aber – wie es Paulus vor Augen hat, im Neckar. Wer weiß, vielleicht werden einzelne sogar ganz 
untergetaucht. Dann kommt bildlich zur Sprache, wovon Paulus redet: Sie sind ganz unter Wasser. 
Sozusagen ganz tot. Und dann kommen sie wieder hoch. Zu einem neuen Leben. Zu einem Leben aus der 
Taufe.
Und dieses Leben aus der Taufe ist ein verwandeltes Leben. Die Geschichte von Jona ist eine gute 
Beispielgeschichte für so ein verwandeltes Leben. Lassen Sie sich kurz an die Geschichte erinnern. 
Jona sollte ja nach Ninive gehen und den Menschen dort sagen, dass es so nicht
weitergehen kann mit ihrer Lieblosigkeit, ihrem Egoismus, ihrem Selbstmitleid und ihrem 
Nichtgenugkriegenkönnen, Ihrer Verschwendung, ihrer Brutalität und ihrer Unterdrückung.
Aber Jona ahnt, dass das für ihn schwierig werden könnte. Wer mag schon die Überbringer unliebsamer 
Nachrichten. Er zweifelt. Das geht nicht gut. Das ist unmöglich. Da bräuchte es ein Wunder.
Er läuft weg. Falsche Richtung. Heuert auf einem Schiff an. Weit weg, entgegengesetztes Ziel. Auf 
der Überfahrt kommen sie in einen Sturm. Als der Sturm am heftigsten war, werfen sie Jona ins Meer. 
Er kann nicht übers Wasser gehen. Er ist nur ein Mensch. Er geht unter. Ganz und gar unter Wasser. 
Aber er kommt nicht um. Die Lehrgeschichte erzählt: Ein Fisch verschlingt Jona und bringt ihn an 
Land. 3 Tage und 3 Nächte ist Jona im Fisch, wie in einem Grab. 3 Tage und Nächte im Dunkeln. 3 
Tage und drei Nächte allein mit sich und mit Gott. Dann speit ihn der Fisch aus. Er ist wieder an 
Land. Und dann geht Jona. Er läuft nicht mehr weg. Er stellt sich mutig seiner Lebensaufgabe. 
Nichts kann ihn davon abhalten. Nicht die großen Mauern und nicht der beeindruckende Reichtum und 
nicht große Gemeinheit der Menschen.
Und das Wunder geschieht: Es geht gut aus. Ninive wird gerettet. Woher nimmt er auf einmal die 
Kraft, woher den Mut, woher die innere Stärke das Unmögliche zu tun und so großen Segen zu 
bewirken?

Es ist eine Geschichte von Sterben und Auferstehen. Es ist die Geschichte eines verwandelten 
Lebens. Eine Geschichte von untertauchen und auftauchen, eine Geschichte vom Leben mit Gott, wie in 
der Taufe.
Schwimmende Stege hat der Verpackungskünstler Christo vort 6 Jahren sein erstes Kunstwerk genannt, 
das er ohne seine Frau Jeanne-Claude fertiggestellt hat. Es besteht aus 220.000 Kunststoffwürfeln, 
die miteinander verbunden sind. Auf ihnen konnte man16 Tage lang auf dem Iseo See in Norditalien 
trockenen Fußes zu zwei Inseln gehen. Wer wollte, konnte die Erfahrung machen, wie es ist über das 
Wasser zu gehen, den Wellengang zu spüren und nicht unterzugehen.
Auf dem Iseo-See brauchte es 220.000 Kunststoffwürfel, um übers Wasser gehen zu können.
Was braucht es im Leben? Um nicht unterzugehen, um sich und seiner Taufe treu zu bleiben?
Die ständige Erinnerung: „Ich bin getauft“, die Martin Luther sich als Stärkung auf seinen 
Schreibtisch geschrieben hatte?

Oder eine Veränderung der Blickrichtung? Einmal den Blick zu heben aus den Sorgen und Nöten, die 
unsere Aufmerksamkeit und Energie binden. Und den Blick heben zu Gott. Und zurückschauen: Was fand 
nicht alles Raum in unserem Leben? Wie viele Bedrohungen haben wir schon überstanden, wie viele 
Krisen bewältigt? Sie, liebe Jubilarinnen und Jubilare können auf so vieles zurückschauen. Manches 
hätten Sie sich sicher nicht selbst ausgesucht, anders ist besser gegangen, als sie es sich hätten 
träumen lassen. Wie viele Ziele haben Sie erreicht? Wie viel ist gelungen? Wie viel Schönes hat 
einfach nur gut getan? Wie viel Liebe ist ihnen entgegengebracht worden und wie viel Liebe konnten 
sie weitergeben, in ihren Partnerschaften, als Eltern, als Großeltern?
Erst wenn wir den Blick heben und nicht auf die Einschränkungen schauen, sondern auf den Reichtum 
unseres Lebens, erst dann stellt sich die Dankbarkeit ein, die uns verändert, die uns ruhig macht 
und gefasst.
Wir sind getauft. Wir können vielleicht nicht übers Wasser gehen, aber wir haben gelernt zu 
schwimmen. Wir können uns sicher bewegen in der Welt des Glaubens. Und manchmal, da gelingt es uns 
über uns selbst hinauszuwachsen und unsere Lebensaufgaben so zu bewältigen, dass sie für uns und 
andere zum Segen werden.
Und dann wird unsere Dankbarkeit zum Lob.
Wir brauchen keine Kunststoffwürfel. Aber die ganze Kraft der dankbaren Erinnerung. Dann können wir 
versöhnt und vereint und segensreich miteinander leben. Amen.

Lied 321,1-3 Nun danket alle Gott

1. Nun danket alle Gott  / mit Herzen, Mund und Händen, / der große Dinge tut / an uns und allen 
Enden, / der uns von Mutterleib / und Kindesbeinen an / unzählig viel zugut / bis hierher hat 
getan.
2. Der ewigreiche Gott / woll uns bei unserm Leben / ein immer fröhlich Herz / und edlen Frieden 
geben / und uns in seiner Gnad / erhalten fort und fort / und uns aus aller Not / erlösen hier und 
dort.
3. Lob, Ehr und Preis sei Gott / dem Vater und dem Sohne / und Gott dem Heilgen Geist / im höchsten 
Himmelsthrone, / ihm, dem dreiein'gen Gott, / wie es im Anfang war / und ist und bleiben wird / so 
jetzt und immerdar.
Text: Martin Rinckart ( um 1630 ) 1636; Melodie: Johann Crüger 1647

Fürbitten und Vater unser
Barmherziger Gott, du kennst unser Miteinander. Hörst das Reden, weißt, wo Not herrscht, wo der 
Kummer wohnt und wo die Freude.
Bleibe du bei uns, wenn unsere Wege uns durch diefe Täler führen, in denen wir die Sonne nicht 
sehen und richte uns wieder auf, damit wir mutig weitergehen können.
Bleibe du denen nahe, die gestaltend eingreifen in Wirtschaft und Gesellschaft, daß ihnen die 
Verantwortung für die Menschen bewußt bleibt, die betroffen sind und die zu tragen haben, was 
andere beschließen.

Barmherziger Gott, du willst uns alle Tage nahe sein, bis an der Welt Ende. Laß alle Menschen deine 
Nähe spüren, ganz besonders die Trauenernden, die in der vergangenen Woche von einem lieben 
Menschen Abschied genommen haben.
Barmherziger Gott, vieles säumt unsere Wege, Ängste und Sorgen. Freude und Glück. Laß unser Leben 
geborgen sein in deiner Liebe. Auch dur uns sollen sich Hoffnung und Gerechtigkeit ausbreiten, 
damit unser Miteinander gelingt und wir den Segen erfahren, den du uns verheißen hast.
Dir vertrauen wir uns an und beten gemeinsam:
Vater unser im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im 
Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir 
vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. 
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied 352,1-3.6 Alles ist an Gottes Segen
1. Alles ist an Gottes Segen / und an seiner Gnad gelegen / über alles Geld und Gut. / Wer auf Gott 
sein Hoffnung setzet, / der behält ganz unverletzet / einen freien Heldenmut.
2. Der mich bisher hat ernähret / und mir manches Glück bescheret, / ist und bleibet ewig mein. / 
Der mich wunderbar geführet / und noch leitet und regieret, / wird forthin mein Helfer sein.
3. Sollt ich mich bemühn um Sachen, / die nur Sorg und Unruh machen / und ganz unbeständig sind? / 
Nein, ich will nach Gütern ringen, / die mir wahre Ruhe bringen, / die man in der Welt nicht 
find't.
6. Soll ich hier noch länger leben, / will ich ihm nicht widerstreben, / ich verlasse mich auf ihn. 
/ Ist doch nichts, das lang bestehet, / alles Irdische vergehet / und fährt wie ein Strom dahin.
Text: Nürnberg 1676; Melodie: Johann Löhner 1691, bei Johann Adam Hiller 1793 Bleiben Sie behütet 
und bewahrt im Segen Gottes:
Der Herr segne dich und behüte dich. Er schütze dein Leben und bewahre deine Hoffnung. Er lasse 
sein Angesicht leuchten über dir, dass du leuchten kannst für andere. Gott, erhebe sein Angesicht 
auf dich und schenke dir Frieden. Gott gebe dir und allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein 
Gesicht zu geben. So segne dich der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der
Heilige Geist. Amen.

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Gottesdienstliche Gedanken an 4. Sonntag nach Trinitatis, 10.7.2022

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Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. (Galater 6,2.) So lautet der Wochenspruch für den 4. Sonntag nach Trinitatis.

Jeder und jede von uns war wohl schon einmal wandern. Den Dolomiten, den Alpen, auf der Alb, im Schwarzwald. Und immer werden wir einen mehr oder weniger schweren Rucksack dabei gehabt haben. Als Kind habe ich mich immer sehr gefreut, wenn mein Vater meinen Rucksack eine Weile für mich getragen hat. Wie leicht ich mich dann plötzlich gefühlt habe! Wie leicht es uns doch wird, wenn jemand unsere Last für uns trägt, und sei es nur für eine Weile. Heute Morgen sind wir zusammengekommen, um Gottesdienst zu feiern, um unsere Last vor Gott abzulegen und wieder leicht zu werden.

Lied: EG 452,1-5: Er weckt mich alle Morgen

Psalm 42 EG 723

Eingangsgebet und Stilles Gebet

Gott, Licht der Welt,

die Nacht liegt hinter uns.

Wir hatten Sorgen, Trauer, Ärger.

Sie machen uns das Leben schwer.

Sie schieben sich zwischen dich und uns.

Wir bitten dich: wende dein Angesicht leuchtend über uns, damit die Dunkelheiten keine Macht über uns haben.

Lass uns in deinem Licht leben.

Heute und für alle Zeit. Amen

Schriftlesung: Lukas 6,36-42

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen. Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann denn ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Ein Jünger steht nicht über dem Meister; wer aber alles gelernt hat, der ist wie sein Meister. Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen.

Lied: NL 213,1-3 Wenn Glaube bei uns einzieht

Predigt: Johannes 8,3-11

Liebe Gemeinde,

Als Predigttext für den heutigen Sonntag hören wir die Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin. Ich lese die Geschichte nun so, wie die bei Johannes im 8. Kapitel in den Versen 3 bis 11 steht.

Die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitten und sprachen zu Jesus: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du?

Das sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie ihn verklagen könnten. Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.  Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.

Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand. Jesus aber richtete sich auf und fragte sie: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt? Sie antwortete: Niemand, Herr. Und Jesus sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.

Liebe Gemeinde

Können wir uns wiederfinden in den Menschen, die in dieser Geschichte vorkommen. In der Ehebrecherin, die schuldig geworden ist und sich nun furchtbar schämen muss? In der aufgebrachten und später selbst beschämten Menge? Und auch in der Frau, wie sie am Ende vor Jesus steht, von ihrer Schuld befreit?

Ich denke, dass wir alle leider das Gefühl kennen, das die Ehebrecherin zu Beginn der Geschichte erleben muss. Das Gefühl, sich für etwas zu schämen, von dem ich weiß, dass es falsch war. Das Gefühl, bloßgestellt zu werden. Wenn wir am liebsten im Boden versinken würden, und niemanden in die Augen blicken wollen. Wenn wir schamrot werden.

Und wir kennen auch das Gefühl, uns schuldig zu fühlen. Wenn wir jemandem etwas schuldig geblieben sind. Wenn wir gegen eine Regel verstoßen haben, eine Regel, die uns die Gesellschaft diktiert oder eine Regel, die wir für uns selbst aufgestellt haben. Wenn wir bei etwas versagt haben. Auch dann können wir uns schuldig fühlen.

Diese Gefühle gehören mit zu den unangenehmsten, die wir Menschen empfinden können. Kein Wunder, dass wir uns sehr bemühen, nicht in eine solche Lage zu kommen, wie damals die Ehebrecherin. Und doch ist es ganz unvermeidbar. Als Menschen machen wir uns schuldig und schämen uns dafür…und das immer wieder.

Das Gefühl der Scham ist aber noch viel vielschichtiger. Denn wir können auch von anderen beschämt werden, ohne dass wir irgendetwas dazu können. Wenn in unseren Innersten, ganz privaten Bereich eingedrungen wird, dann ist das beschämend, dann werden wir in unserer Würde verletzt. Wie die aufgebrachte Menge mit der Frau umgeht, das ist beschämend. Sie stellen sie in die Mitte, setzen sie ihren bösen Blicken und Worten aus.

Und was macht Jesus? Jesus macht dabei nicht mit. Er entzieht sich dem Kreis, der die Frau in seiner Mitte erdrückt und beschämt. Er bückt sich und schreibt in den Sand am Boden. Vielleicht tut er es, damit die Menschen Zeit haben ihre erste Wut in den Griff zu bekommen. Vielleicht tut er es, um Zeit zu gewinnen. Aber ich denke, er tut es auch, weil er die Frau nicht auch noch beschämen will, indem er sich in den Kreis derer stellen lässt, die sie anklagen.

            Als er sich dann aufrichtet, ist es, um den Satz zu sagen, der im Laufe der Weltgeschichte immer und immer wieder zitiert wurde: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Ich stelle mir vor, was dieser Satz in den Menschen ausgelöst hat.

Zuerst vielleicht Abwehr: darüber will ich nicht nachdenken. Meine eigene Sünde will ich nicht anschauen. Ich tue so, als ob ich nicht gehört habe, was Jesus da sagt.  Dann vielleicht der Blick in die Runde: Wirft jemand einen Stein? Wenn ich nun einen werfe? Der Mann dort drüben, der weiß, dass ich nicht ganz ohne Sünde bin. Er weiß, dass ich Geld veruntreut habe. Wird er mich verraten, wenn ich werfe? Wird er dann in die Runde rufen, dass ich doch gar nicht ohne Sünde bin? Unsicherheit macht sich breit und dann, dann noch ein weiteres Gefühl. Ich schäme mich. Ich kann keinen Stein werfen, weil ich das Geld veruntreut habe, weil ich mich nicht anständig um meine alte Mutter kümmere, weil ich meinen Freund hintergangen habe, weil ich gelogen habe, weil ich zu schwach war, zu tun, was notwendig gewesen wäre…

Bei jedem in der Menge kommen die Erinnerungen hoch. Und mit den Erinnerungen kommt die Scham hoch, die sie damals verspürt haben. Sie ist wieder da und sie ist unangenehm. Viele werden rot. Niemand schaut sich mehr in die Augen. Alle versuchen, möglichst unauffällig, den Kreis zu verlassen.

Und was macht Jesus? Jesus hat sich wieder gebückt, um in den Sand zu schreiben. Er lässt sie gehen…ohne sie zu beschuldigen, ohne sie zu weiter zu beschämen. Er ist barmherzig mit ihnen.

Was schreibt er wohl dieses Mal in den Sand am Boden? Schreibt er ihre Sünden auf, die ganzen kleinen und großen Sünden, die in den Köpfen der Menschen um ihn herum herumschwirrten. Und wischt er diese Sünden wieder weg, streicht er den Sand wider glatt, als er nun aufsteht und sich der Frau zuwendet? Wir wissen es nicht.

Jesus sagt zu der Frau, die nun alleine zurückgeblieben ist. „Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt? Sie antwortete: Niemand, Herr. Und Jesus sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.“

Jetzt wendet sich Jesus der Frau zu. Jetzt blickt er sie an. Er sieht sie, wie sie ist. Mit all dem, was an ihr nicht stimmt. Doch er verdammt sie nicht. Das heißt, ihre Schuld, die ja ganz real da ist, wird ihr nicht zum Verhängnis. Sie darf neu anfangen. Sie muss sich nicht mehr dafür schämen, was war. Er hat ihr verziehen.

Doch er sagt ihr auch, dass sie hinfort nicht mehr sündigen soll, sich nicht mehr schuldig machen soll. Statt sich wieder in die Dunkelheit zu begeben, soll sie im Licht bleiben. In dem Licht, dass Jesus soeben in ihr angezündet hat. Nicht ohne Grund stehen nur ein paar Verse weiter diese Worte Jesu: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

In einem Lied heißt es: Jesus, zu dir kann ich so kommen, wie ich bin. Jesus, bei dir muss ich nicht bleiben wie ich bin. Nimm fort, was mich und andere zerstört. Einen Menschen willst du aus mir machen, wie er dir gefällt, der ein Brief von deiner Hand ist, voller Liebe für die Welt.

            Vielleicht hat Jesus ja das getan, als er damals in den Sand geschrieben hat. Einen Brief geschrieben, einen Menschen beschrieben, einen Menschen wie dich und mich. Einen Menschen, der ihm gefällt und den er liebt und den er immer wieder aus der Dunkelheit ins Licht führen will. Amen

 

Lied: Du bist ein Gott, der mich anschaut

 

Fürbittengebet

Gott, deine Liebe macht unser Leben hell und schön.

Wir bitten dich für die Menschen,

die von Dunkelheit umgeben sind,

für die, die unter Krieg und Unterdrückung leiden,

für die, die ohnmächtig mit ansehen müssen,

wie ihr Leben zerrinnt.

Lass dein Angesicht leuchten über ihnen,

lass Frieden werden und Frieden entstehen.

In uns und in unserer Welt.

Wir bitten dich für die Menschen,

die von Dunkelheit umgeben sind,

für die Bedrückten und Trauernden, für die Kranken,

deren Seele verletzt wurde und die kein Licht am Horizont sehen.

Lass dein Angesicht über Ihnen leuchten.

Schenke Ihnen Heil und Trost.

Vaterunser

Lied: NL 146 Gottes Segen behüte dich nun

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch

Der Her lassen sein Angesicht leuchten über euch

und sei euch gnädig

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch

und schenke euch Frieden.

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Gottesdienstliche Gedanken an 3. Sonntag nach Trinitatis, 3.7.2022

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Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Mit dem Wochenspruch begrüße Sie alle sehr herzlich zu den gottesdienstlichen Gedanken am 3. Sonntag nach Trinitatis. Auch Sie haben sich heute Morgen auf die Suche gemacht. Nach Ruhe, nach einem guten Wort, nach Gemeinschaft, nach Gott, nach Segen. Und wie heißt es so schön: Wer suchet, der findet. Sich auf die Suche zu begeben ist der erste Schritt auf dem Weg etwas Verlorenes wiederzufinden oder etwas Neues zu entdecken.

 

Lied: EG 444,1-4 Die güldene Sonne

 

Psalm 103, Ein Gebet für Leib und Seele

Leib und Seele sollen von Dir erzählen, mein Gott.

Alles was ich habe und alles, was ich bin,

sagt Danke für alles was Du getan hast.

            Daran will ich mich immer erinnern.

Du hast mir verziehen. Du hast mich gesund gemacht.

Du lässt den Tod nicht das letzte Wort über mich haben.

Du zeigst mir die Liebe in meinem Leben.

Du lässt mich die Sehnsucht spüren,

auf dass ich in Deinen Augen immer jung bleiben kann.

Ist es nicht wunderbar, wie Gott sich zeigt?

Wie Er geschehen lässt,

was niemand aus sich selbst heraus vermag?

Israel zum Beispiel hat es so erlebt, vorzeiten,

auf dem Weg ins Gelobte Land.

            All das kann der Herr und all das ist der Herr.

            Er hat Geduld, wer kann das wirklich von sich sagen?

Er schenkt Liebe, wer wird das vorbehaltlos tun?

Er wird die Versäumnisse unseres Lebens nicht in Rechnung stellen.

Er wird uns nichts nachtragen.

Er handelt nicht so, wie wir es eigentlich verdient hätten.

Er zahlt uns nicht heim, was recht und billig wäre.

            Seine Liebe - weit wie der Himmel- allerorten

Allerorten.

Er will nichts mehr zu schaffen haben mit unseren Schlechtigkeiten;

Er will lieben, wie ein Vater seine Kinder liebt.

Aus. Volker Mantay, die Kraft der Psalmen. Gebete der Bibel

Eingangsgebet

Gott, wie oft fühlen wir uns verloren,

wie ein Kind, das seine Eltern aus den Augen verloren hat,

wie Irrende in einem Labyrinth.

Wie oft sind wir auf der Suche,

nach Bestätigung, nach Liebe, nach Zuneigung,

nach Sinn in unserem Leben, nach dir.

Gott,  stärke unsere Gewissheit, dass du uns gefunden hast,

noch bevor wir nach dir suchen.

Dass es schon hell um uns ist,

wo wir noch in der Dunkelheit zu tappen meinen.

Dass du uns schon beim Namen nennst,

wo wir noch nach dir rufen.

Schenke uns offene Augen, um dich zu sehen

offene Ohren, um dich zu hören

und ein offenes Herz, um dich zu finden. Amen

 

Schriftlesung: Lukas 15,1-7

Jesus sucht das Verlorene und das Verirrte. Nicht nur das Verlorene, das anderen wertvoll erscheinen mag. Wo alle zustimmen, dass es sich lohnt, lange und ausgiebig zu suchen. Für ihn sind alle Verirrten wichtig und er sucht da weiter, wo andere die Suche schon aufgeben hätten. Ich lese aus dem 15. Kapitel des Lukasevangeliums die Verse 1 bis 7:

Es nahten sich ihm aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.  2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.  3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:  4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er's findet?  5 Und wenn er's gefunden hat, so legt er sich's auf die Schultern voller Freude.  6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.  7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

 

Lied: NL 132 Ein Ton triff mein Leben

 

Predigt Ezechiel 18,1–4.21–25.30–32

Liebe Gemeinde,

ich möchte unseren heutigen Predigttext gerne mit Ihnen Schritt für Schritt durchgehen Das tun wir nicht, weil der Abschnitt aus dem Buch Ezechiel so kompliziert wäre - er ist im Gegenteil in seiner Aussage klar und deutlich, sondern weil er recht lang ist.

Der Prophet Ezechiel gibt das Wort Gottes wieder, wie er es von ihm empfangen hat. Im ersten Teil geht es um die Reaktion Gottes auf eine Redensart, die damals gängig war und die wohl jeder und jede im Ohr hatte.

181Das Wort des Herrn kam zu mir:2Was ist das für eine Redensart, die ihr bei euch im Land Israels verwendet? Ihr sagt: »Die Väter haben saure Trauben gegessen. Deshalb sind die Zähne der Söhne jetzt ruiniert!«3Bei meinem Leben, spricht Gott, der Herr: Niemand in Israel wird diese Redensart noch verwenden!4Jedes Leben gehört mir, das Leben des Vaters genauso wie das Leben des Sohnes. Wer von den beiden eine Sünde begeht, der muss sterben.

19Ihr aber fragt nun: »Warum muss der Sohn die Schuld seines Vaters nicht mitverantworten? Die Antwort ist «Der Sohn hat nach Recht und Gerechtigkeit gelebt. All meine Ordnungen hat er bewahrt und eingehalten. Er wird gewiss am Leben bleiben.20Der Mensch, der eine Sünde begeht, der wird sterben. Weder muss der Sohn die Schuld seines Vaters noch der Vater die Schuld seines Sohnes verantworten. Der Gerechte erfährt die Folgen seiner Gerechtigkeit, der Frevler muss die Folgen seiner Bosheit tragen. (Ezechiel 18,1-4.19-20)

Gott wendet sich mithilfe seines Propheten gegen die sprichwörtliche Vorstellung, dass die Kinder für die Verbrechen ihrer Eltern und Großeltern büßen müssen. „Die Väter haben die Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden.“ Dies war im alten Israel eine allgemein anerkannte Tatsache, die auch an anderer Stelle biblisch belegt ist.

In einem Familienverband, in dem bis zu vier Generationen zusammenlebten, war es unmittelbar einleuchtend, dass sich das Verhalten Einzelner auf alle auswirkt. Und gerade jetzt, das Volk Israel befindet sich nach einem furchtbaren Krieg im babylonischen Exil, liefert das Sprichwort eine Antwort auf die schwere Frage, wie es dazu kommen konnte: Die Schuld liegt bei den Vorfahren. Und sie, die Kinder und Kindeskinder müssen nun, hier im Exil, fern von der Heimat, für deren Fehler büßen. Eine einleuchtende Antwort, die dabei hilft mit der belastenden Lebenssituation umzugehen.

Doch Gott will es nicht dabei belassen. Er gibt eine andere Antwort. Er sagt deutlich: Diese Redensart sollt ihr nicht mehr verwenden. Es ist ganz anders: Niemand muss sich für die Schuld seiner Vorfahren verantworten. Die Folgen schuldhaften Verhaltens hat nur derjenige zu verantworten, der schuldig geworden ist. Jeder und jede ist selbst für sein und ihr Handeln verantwortlich. Der Gerechte erfährt die Folgen seiner Gerechtigkeit und der Frevler, derjenige, der Unrecht tut, muss die Folgen seiner Bosheit tragen. Das heißt: In der jetzigen Situation sollen keine Schuldigen mehr gesucht werden. Die Schuld der Vorfahren wurde bereits beglichen. Vielmehr sollen die Menschen im Hier und Jetzt für ihr Leben Verantwortung übernehmen und tun, was Recht ist.

Wir wissen alle, dass es gar nicht so einfach ist, nach diesem Wunsch Gottes zu leben. Wir leben in einem Generationenzusammenhang und sind alle miteinander verbunden. Selbst in unserer hoch individualisierten Gesellschaft ist es so, dass Muster, Belastungen aber auch Ressourcen in Familien und in der Gesellschaft als Ganzen über Generationen hinweg weitergegeben werden. Wir müssen uns mit dem auseinandersetzen, was uns von vorherigen Generationen an Segen aber auch als Last auferlegt ist. Die größte Last ist sicherlich die Klimakrise. Mancher mag an diesem Punkt resignieren, gemäß dem Spruch von den sauren Trauben. Die Väter haben die süßen Trauben gegessen- uns bleiben nur noch die stumpfen Zähne. Die Vorfahren sind schuld. Für uns und unsere Kinder bleibt nichts mehr übrig außer den Folgeschäden. Es ist eh zu spät noch etwas zu tun.

Glücklicherweise denken nicht alle so. Denn Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Nur eine gemeinsame Umkehr hilft uns und kommenden Generationen. Umkehren, das heißt: sich aus unguten Mustern befreien und neue Wege suchen. In der Art, wie wir uns ernähren, reisen, uns Energie beschaffen, miteinander umgehen. Der Blick zurück und die Suche nach Schuldigen führt zu nichts. Jetzt geht es darum, wie es weitergeht mit unserem Leben und dem Leben derer, die nach uns kommen. Der Blick Gottes richtet sich dazu auf jeden Einzelnen und spricht ihm oder ihr zu: Du und dein Leben. Ihr gehört zu mir. Und ich will, dass du lebst. Ein Neuanfang ist immer und überall möglich.

Nach welchen Maßstäben dieser Neuanfang gelebt werden soll, lässt Gott die uns und die Menschen damals ganz konkret wissen:

5Wer gerecht ist, lebt nach Recht und Gerechtigkeit. 7Der Gerechte beutet andere nicht aus. Er gibt dem Schuldner sein Pfand zurück und begeht keinen Raub. Mit dem Hungrigen teilt er sein Brot, dem Nackten gibt er Kleider.8Wenn er Geld verleiht, nimmt er weder Zins noch Aufschlag. Er meidet das Unrecht und trifft im Rechtsstreit gute Entscheidungen.9Er beachtet meine Ordnungen und bewahrt meine Gebote, um aufrichtig zu leben. Wer so lebt, ist gerecht, er wird gewiss am Leben bleiben. (Ezechiel 18,5-9)

Schön, wenn die Dinge so einfach und klar sind. Für Recht und Unrecht gibt es eindeutige biblische Maßstäbe, die sich auf unser politisches und soziales Handeln beziehen. Niemanden unterdrücken, Schulden zurückzahlen, mit den Hungrigen und Armen teilen, gerecht urteilen. Die Maßstäbe gerechten Handelns haben sich seit damals nicht verändert.

Gott geht davon aus, dass die Menschen den Unterschied zwischen Recht und Unrecht kennen und danach leben können, wenn sie sich dazu entscheiden. Und er macht ganz klar: Ich bin ein Freund des Lebens. Ich möchte, dass sich jeder Mensch für den guten und richtigen Weg entscheidet.

Ezechiel berichtet, was Gott weiter sagt:

21Was geschieht jedoch, wenn sich der Frevler von seinen Sünden abwendet? Wenn er meine Ordnungen achtet und nach Recht und Gerechtigkeit lebt? Dann wird er gewiss am Leben bleiben. Er muss nicht sterben. 22Keines der Verbrechen, die er begangen hat, wird mehr berücksichtigt. Wegen seiner gerechten Taten wird er am Leben bleiben.23Ich habe gewiss keine Freude daran, wenn ein Frevler sterben muss. Ich freue mich aber, wenn er sein Verhalten ändert und am Leben bleibt.

24Was aber geschieht, wenn ein Gerechter seine Gerechtigkeit aufgibt und Unrecht tut? Wenn er die ganzen Schandtaten begeht, die der Frevler verübt hat? Sollte er dann am Leben bleiben? Von seinen gerechten Taten wird dann keine mehr berücksichtigt. Wegen seiner Vergehen und seiner Sünden wird er sterben.

30Darum werde ich jeden von euch nach seinem Verhalten beurteilen, ihr Israeliten. Kehrt um und wendet euch ab von euren Verbrechen! Dann wird es für euch nicht länger einen Anlass zur Schuld geben.31Trennt euch von all euren Verbrechen! Verschafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Warum wollt ihr sterben, ihr Israeliten?32Ich freue mich nicht über den Tod von jemandem, der sterben muss. Aber ich freue mich darüber, wenn er umkehrt und am Leben bleibt!– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn. (Ezechiel 18, 21-24.30-32)

Noch einmal wird betont, dass jeder Mensch selbst für sein Verhalten verantwortlich ist. Jeder und jede bekommt die Chance auf einen neuen Anfang, darf sich ein neues Herz und einen neuen Geist verschaffen. Ihm oder ihr soll alles vergeben werden, was an Unrecht begangen wurde.

Ein wenig bleiben wir daran hängen, dass Ezechiel in diesem Abschnitt den Gegensatz von „leben“ und „sterben“ benutzt, um zu veranschaulichen, was Umkehr und Neuanfang für uns bedeuten. Gott will, dass wir leben und nicht sterben.

Wie ist das „Leben“ und „Sterben“ hier zu verstehen? Ezechiel hat hier wohl die sogenannte Torliturgie am Jerusalemer Tempel im Ohr. Am Einlass fragte der Priester eine Art Beichtspiegel ab. Auf das Bekenntnis die Gebote Gottes gehalten zu haben folgte der Einlass in den Tempel mit dem Zuspruch: „Du sollst leben.“ Im Tempel wurde dann „Leben“ als erfüllenden Gemeinschaft mit Gott und den Mitmenschen erlebt und gefeiert.

„Leben“ erfüllt sich folglich in der liebevollen Bezogenheit auf Gott und seine Mitmenschen, die dadurch gekennzeichnet ist, dass ich mir Gottes Gebote zu Herzen nehme und danach lebe. Ein solches Leben ist Leben im Segensraum Gottes.

„Sterben“ ist folglich ein Leben ohne diese Beziehungen, ein Leben, in dem Gottes Gebote keinen Rolle spielen, ein Leben außerhalb des Segensraums.

Wenn wir in die vom Krieg gebeutelte Ukraine blicken, dann sehen wir einen solchen Raum- einen Raum des Chaos, der Zerstörung, des Leids und des Todes. Wo Menschen mächtigen Herrschern und deren Propaganda folgen, wo diese Herrscher Gott vergessen haben und sich selbst zum Maßstab aller Dinge machen, da gerät alles aus den Fugen. Ohne Gottesliebe keine Menschenliebe und kein Raum des Segens.

Hier erklingt Gottes Wort quer durch alle Zeiten:

Kehrt um und wendet euch ab von euren Verbrechen! Dann wird es für euch nicht länger einen Anlass zur Schuld geben.Trennt euch von all euren Verbrechen! Verschafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist!

Wie segensreich wäre es, wenn sich die Despoten dieser Welt diese Worte zu Herzen nehmen würden. Auf sie haben wir nur geringen Einfluss, wohl aber auf den Segensraum, den wir für uns und um uns herum schaffen.

Gott fängt mit jedem Menschen neu an, immer wieder. Immer wieder sollen wir unser neues Beginnen energisch vollziehen. Übertretungen wegwerfen, wie einen gefährlichen Gegenstand, und uns selbst ein neues Herz und einen neuen Geist verschaffen. Das Leben ergreifen und Segensraum leben.

Und so bitten wir mit unserem nächsten Lied: Schenk mir, Gott, ein hörendes Herz, das für das Leben schlägt. Amen

 

Lied NL 190 Schenke mir, Gott, ein hörendes Herz

 

Fürbittengebet und Vaterunser

Herr,

wir bitten dich für die Verlorenen.

Verloren in Einsamkeit, Verloren in Krankheit,

dass ihnen Menschen begegnen, die sie suchen und finden.

Wir bitten dich für die Verirrten.

Die von ihrem Lebensweg abgekommen sind und nicht mehr zurückfinden,

dass sie Wegweiser entdecken,

dass Menschen auf sie zukommen, die ihnen Auskunft und Führung anbieten.

Wir bitten dich für die Suchenden.

Lass ihre Suche ausdauernd sein.

Schenke ihnen wache Augen und ein großes Herz,

damit sie niemanden übersehen, der verloren umherirrt.

Wir bitten dich für die Gefundenen.

Stärke unsere Gewissheit, dass du uns im Blick hast

und uns ein neues Herz und einen neuen Geist schenken willst, immer wieder.

Gemeinsam beten wir mit den Worten, die Jesus uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Lied: EG 175 Ausgang und Eingang (Kanon)

Ausgang und Eingang, Anfang und Ende

liegen bei dir, Herr, füll du uns die Hände.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen


Gottesdienstliche Gedanken zum Erntebittgottesdienst am 19.6.2022

„Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat (Ps 121,1b.2).“ Unter diesem Motto steht unserer diesjähriger Erntebittgottesdienst.

Woher kommt mir Hilfe? Angesichts von Corona und Kriegsgeschehen steht diese Frage vielen Menschen auf den Lippen. Und auch in der Landwirtschaft gibt es viele Fragen.

Psalm 121 gibt eine Antwort auf unsere Frage: Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Eine Antwort, die den Blick nach oben wendet. Ein Satz zum Festklammern. Eine Antwort, die sich im Laufe des Psalms in einen Segen verwandelt: der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.

Lied: EG 503,1-4.8 Geh aus, mein Herz, und suche Freud

Psalm 121 (EG 749)

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.

Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.

Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingangvon nun an bis in Ewigkeit!

Ehr sei dem Vater

Eingangsgebet und Stilles Gebet ich

Lieber himmlischer Vater,

wir kommen zu dir und danken dir,

danke, dass wir in Frieden und Freiheit hier zusammenkommen können.

Wir danken dir für alles, was du erschaffen hast.

Wir erfreuen uns an deiner Natur, an Regen, Wind, Sonne, Kälte und wohltuender Wärme.

Komm du jetzt mit deinem Heiligen Geist in unsere Mitte, in diesen Gottesdienst, segne und berühre jeden Einzelnen und stärke unseren Glauben.

Du versorgst uns mit dem, was wir zum Leben brauchen.

Du stellst uns Menschen an die Seite, die uns auf unserem Weg begleiten.

Und du legst den Glauben in uns hinein- als Stärkung und Orientierung für unser Leben.

Du hast gesagt, wenn zwei oder drei im Glauben beieinander sind, so bist du mitten unter ihnen. Wir vertrauen darauf und kommen zu dir auch mit allem Schweren, was uns belastet.

Steh jedem Einzelnen in seinen Ängsten und Nöten bei.

Gib uns die Kraft, uns unseren Aufgaben zu stellen.

Amen

Sprechmotette

Lied NL 159,1-3 Ich seh empor zu den Bergen

Predigt zu Psalm 121

Liebe Gemeinde,

zurzeit gibt es einfach viel mehr Fragen als Antworten. Zum einen Fragen zu Corona, natürlich, seit zwei Jahren Thema Nummer eins. Und dann, als ob das nicht schon Fragen genug wären, tauchen noch die Warum-Fragen auf, auf die es keine Antwort gibt. Warum gibt es plötzlich wieder Krieg in Europa? Unsere bisherige, sicher geglaubte Weltordnung ist ins Wanken geraten. Wie gehen wir mit dem Ruf nach Waffenlieferungen um? Wie kann wieder Frieden werden?

Heute beim Erntebittgottesdienst kommen noch weitere Fragen hinzu. Fragen, die sich ganz unmittelbar auf unsere Landwirtschaft in Oßweil beziehen aber auch unseren gesamten Planeten im Blick haben: Wir wird das Jahr? Wird es Regen zur rechten Zeit geben? Wird die Ernte sicher eingebracht werden können? Landwirte können so viel gut und richtig machen und sind doch auf so viel angewiesen, das auch stimmen muss. Da ist es gut, wenn es einen Gottesdienst gibt, in dem man all das was nicht machbar ist, in Gottes Hände legt und sich für all das, was zu tun ist, Kraft und Gottes Hilfe erbitten. Und es ist gut, im Gottesdienst Gemeinschaft zu erfahren und zu spüren, dass man nicht allein ist. Wir sind aufeinander angewiesen- die Menschen aus der Landwirtschaft und die, die andere Berufe haben. Die, die Lebensmittel erzeugen, und die, die Lebensmittel verbrauchen. Wie sehr wir aufeinander angewiesen sind, sehen wir gerade im Zuge des Krieges ganz deutlich- wenn wir etwa vor leeren Supermarktregalen stehen.

Unser heutiger Predigttext, Psalm 121, fragt auch. Aber er fragt nicht: Warum? oder Wie? Er fragt: Woher kommt mir Hilfe? Und er beantwortet diese Frage mit einem Blick nach oben und dem hoffnungsvollen Satz: Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Müsste man nicht zuerst- praktisch und problemorientiert- den Blick beim Irdischen belassen und zum Beispiel fragen: Gibt es diese staatliche Hilfe immer noch, und wenn ja, kann ich sie für mich und meinen Betrieb beantragen? Oder: Wie bekomme ich eine Arbeitskraft, wenn mir die Arbeit über den Kopf wächst- eine Saisonarbeitskraft in der Landwirtschaft oder eine Arbeitskraft für die Pflege?

Nein. Psalm 121 fragt nach oben: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Gott ist der Adressat der Fragen. So wie er auch der Adressat für alle anderen Lebenssituationen ist.

In vielen Bibelausgaben gibt es eine Auffälligkeit. Vielleicht ist es Ihnen schon einmal aufgefallen. Ganz oft liest man den Gottesnamen HERR in Großbuchstaben geschrieben. H E R R. Damit will die Bibelübersetzung darauf aufmerksam machen, dass es hier eine Besonderheit im hebräischen Text gibt. Immer wenn HERR in vier Großbuchstaben geschrieben steht, stehen im hebräischen Originaltext die vier Buchstaben J H W H. In anderen Bibelübersetzungen steht dafür oft auch Jahwe. Denn mit Vokalen lässt sich das Wort leichter schreiben und lesen. Das ist aber gerade nicht die Intention gewesen. Im Hebräischen fehlen die Vokale. Das ist eine Besonderheit der hebräischen Sprache. Und weil fromme Juden den Gottesnamen aus Ehrfurcht vor Gott nicht aussprechen, ist die korrekte Aussprache der vier hebräischen Buchstaben nicht sicher überliefert. Man könnte Jahwe lesen oder Jehova oder noch etwas anderes.

Kommt diese Buchstabenfolge im hebräischen Text vor, dann lesen Juden „mein Herr“. Sie lesen statt des Namens den Titel Gottes. Der Name Gottes soll auf keinen Fall missbraucht werden. Das klingt dann so: barucha adonai, leulam amen amen. Gelobt sei der HERR ewiglich. Amen, amen.

Wie bei der Aussprache von Jahwe, so ist man sich auch bei der Bedeutung von Jahwe nicht hundertprozentig sicher. Eine Erklärung, für die viel spricht, sieht eine Ähnlichkeit zu einer anderen Geschichte, in der der Gottesname erfragt und dann auch genannt wird. Es ist die Geschichte von Mose am brennenden Dornbusch. Mose begegnet dem unsichtbaren Gott auf wundersame Weise und wird von ihm beauftragt, die Israeliten aus Ägypten zu führen.

Das ist ein Auftrag, den Mose eigentlich nicht annehmen möchte. Doch wenn er machen muss, dann soll zumindest klar sein, wer ihn dazu autorisiert hat. „Was soll ich sagen, wenn die Israeliten nach deinem Namen fragen,“ will Mose wissen.

Gottes Antwort lautet: „Ich werde sein, der ich sein werde“, der hat mich zu euch gesandt“. In anderen Übersetzungen heißt es „Ich bin der -Ich bin da-„. Ist mit diesem Namen jetzt klarer, wer und wie Gott ist?

Ja und Nein. Wenn Gott verspricht, da zu sein, dann ist das etwas, worauf man sich verlassen kann. Und damit wird klarer, wer Gott ist. Jedoch wird nicht genau definiert, wie Gott da sein wird. Es ist zumindest nicht vorhersehbar klar, wie Gott letztlich erfahren wird.

Wir sehen: sowohl die Unklarheit, wie Gottes Name auszusprechen ist, als auch die bewusste Offenheit in der Bedeutung seines Namens ist intendiert: Gott bleibt geheimnisvoll und unverfügbar- trotz der Zusage des Da-Seins. Das ist eine Spannung, die wir aushalten müssen.

 

Zurück zu Psalm 121 und seiner Antwort auf die Frage: „Woher kommt mir Hilfe?“ Die Antwort lautet: Meine Hilfe kommt von dem Gott, der versprochen hat, da zu sein. Das ist keine Jenseitsvertröstung sondern Kraft fürs Diesseits- nicht mehr aber auch nicht weniger.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass dieser geheimnisvoll unverfügbare Gott doch recht machtvoll ist. Die Antwort des Psalm 121 spricht es an: „Meine Hilfe kommt vom Da-seienden, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Vom Schöpfergott persönlich. Von dem Gott, der hinter der Schöpfung steht. Wie genau das alles passiert ist am Anfang der Zeiten, haben sich die Menschen damals anders vorgestellt als heute. Aber dass es passiert ist, dass es Gottes Absicht war, das wird aus allen Texten deutliche, die Schöpfung zum Thema haben. Diese Texte sprechen damit eine tiefe Wahrheit an, die zeitlos gültig ist jenseits aller wissenschaftlichen Nachprüfbarkeit.

Himmel und Erde und alles, was darinnen ist, als Geschöpfe Gottes zu begreifen, heißt einerseits: Das Leben ist ein Geschenk. Andererseits bedeutet es: Wir sind nicht allein auf der Erde. Wir sind ein Teil des großen Ganzen, hinter dem der gute Wille Gottes steht. Wir tragen Verantwortung in dieser Welt und gegenüber unseren Mitgeschöpfen. Das Leben: eine Gabe und eine Aufgabe.

Wer in der Landwirtschaft tätig ist, kennt in besonderer Weise diese Verantwortung in Gottes Schöpfung. Manchmal fühlen sich die Landwirtsfamilien nahezu allein gelassen mit dieser Verantwortung fürs große Ganze. Doch di anderen gehören auch alle dazu. Alle sind wir verbunden im Netzwerk des Lebens als Geschöpfe Gottes. Vielleicht ist der Gottesdienst ein guter Anlass, darüber nachzudenken und ein Dankeschön auszusprechen an die Landwirtsfamilien, die sich an diesem Punkt ganz besonders engagieren.

„Woher kommt mir Hilfe?“ fragt Psalm 121. Die Antwort verweist nicht nur auf Gott, der versprochen hat, da zu sein. Irgendwie. Es ist auch ein wunderbarer Segen. Zugewandt und in lebensnahen Bildern wird verheißen, dass Gott da sein wird.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.

Gott ist nicht nur irgendwie da. Gott geht mit, begleitet, kümmert sich. Heute, morgen, bis in alle Ewigkeit.

Das wird die Fragen unseres Lebens und unserer Zeit nicht kleiner machen, aber es wird helfen, den Mut nicht aufzugeben, Lösungen zu finden. Und es wird helfen, die Fragen auszuhalten, auf die es keine Antwort gibt.

Der da-seiende Gott behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit. Amen

 

Lied: NL 15 Dass die Sonne jeden Tag

 

Fürbittengebet und Vaterunser

Gott, unser Schöpfer und Hüter,

wir danken dir für deine Verheißung, dass du niemals schläfst und wir unter deinem Schutz leben dürfen.

In den Sorgen unseres Lebens vergessen wir das oft und verlieren dich aus dem Blick. Stärke und, damit wir in dem, was uns belastet, zu dir aufschauen und auf deine Hilfe vertrauen.

Jesus Christus, Sohn Gottes, wir bitten dich für die kommende Ernte. Schenke gutes Wetter. Bewahre vor Unwettern und Unfällen. Damit reifen kann, was herangewachsen ist und es eine gute Ernte wird.

Sei bei uns Landwirten und Landwirtinnen und allen, die dazu beitragen, dass wir täglich zu essen haben. Schenke ihnen Freude an ihrer Arbeit, Kraft für die täglichen Aufgaben, eine berufliche Perspektive und gerechten Lohn.

Heiliger Geist, du wirkst in uns und führst Menschen zusammen. Dir befehlen wir die Beziehung zwischen Verbrauchern und Landwirten an. Schenke Verständnis füreinander, damit wir gemeinsam deine Erde bebauen und bewahren können.

Hilf, dass die Politik gute Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft schafft, damit sie nachhaltig wirtschaften und ihre Familien versorgen können.

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,  wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

 

Lied NL 71,1.2 Mögen sich die Wege

Segen

Nachspiel

 

 


Gottesdienstliche Gedanken zum Pfingstsonntag, 5.6.2022 von Freimut Bott

Die Gedanken zum Anhören

Die Gedanken zum Nachlesen

Zu unseren Gottesdienstlichen Gedanken zum Pfingstfest grüße ich Sie ganz herzlich mit dem 
Wochenspruch: Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht 
der Herr Zebaoth.   Sach 4, 6

Wir bergen uns an diesem Pfingsttag in der Gnade Jesu Christi, der Liebe Gottes und der Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Amen

EG 272 Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen
Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen. / Erzählen will ich von all seinen Wundern / und singen 
seinem Namen. / Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen. / Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in 
dir! / Halleluja! / Ich freue mich und bin fröhlich, Herr, in dir! / Halleluja
Text: nach Psalm 9,2.3; Melodie: Claude Fraysse 1976

Psalm 36 (719)
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
     und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes
und dein Recht wie die große Tiefe.
     Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott,
     dass Menschenkinder unter dem Schatten
     deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,
     und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
     und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Gebet
Gott, sende deinen Geist in unser Leben.
Gib uns den Geist, der die Wahrheit über uns sagt, auch wenn sie uns spüren lässt: Es kann nicht 
alles bleiben, wie es ist. Ich muss bereit sein zur Veränderung.
Gib uns den Geist, der die Wahrheit erträgt, damit wir uns eingestehen können, wie es um uns 
bestellt ist,
und Ja sagen können zu unserem Leben, weil es getragen ist von deiner Liebe.
Gib uns den Geist, der die Wahrheit unter die Leute bringt, der uns davor bewahrt, uns über andere 
zu erheben, die ihren Glauben anders füllen, die ihr Leben anders leben, denn in deinem Geist wohnt 
die Weite.
Gib uns den Geist, der die Ohren öffnet, damit wir die leisen Töne nicht überhören. Gib uns den 
Geist, der die Herzen öffnet, damit wir uns füreinander Zeit nehmen und miteinander die Freude 
erleben, die du uns schenkst.
Und dann gib uns den Geist, der die rechten Worte schenkt, die uns gegenseitig Mut machen und 
helfen.
Gott, sende deinen Geist in unser Leben, der den Glauben belebt und Begeisterung weckt, der uns Mut 
macht und in Bewegung setzt, deinen Geist, der uns beziehungsreich mit dir leben lässt. Amen.

EG 136,1.2.4.7 O komm du Geist der Wahrheit
1. O komm, du Geist der Wahrheit, / und kehre bei uns ein, / verbreite Licht und Klarheit, / 
verbanne Trug und Schein. / Gieß aus dein heilig Feuer, / rühr Herz und Lippen an, / dass jeglicher 
getreuer / den Herrn
bekennen kann.
2. O du, den unser größter / Regent uns zugesagt: / komm zu uns, werter Tröster, / und mach uns 
unverzagt. / Gib uns in dieser schlaffen / und glaubensarmen Zeit / die scharf geschliffnen Waffen 
/ der ersten Christenheit.
4. Es gilt ein frei Geständnis / in dieser unsrer Zeit, / ein offenes Bekenntnis / bei allem 
Widerstreit, / trotz aller Feinde Toben, / trotz allem Heidentum / zu preisen und zu loben / das 
Evangelium.
7. Du Heilger Geist, bereite / ein Pfingstfest nah und fern; / mit deiner Kraft begleite / das 
Zeugnis von dem Herrn. / O öffne du die Herzen / der Welt und uns den Mund, / dass wir in Freud und 
Schmerzen / das Heil ihr machen kund.
Text: Philipp Spitta (1827) 1833, Melodie: Lob Gott getrost mit Singen (Nr. 243)

Predigtgedanken zu Röm 8,1.2.10.11
Liebe Leserin, lieber Leser,
Könnten Sie aus dem Stegreif erklären, was Pfingsten ist? Ich stelle mir vor, ich gehe durch die 
Straßen und frage jemand ganz beliebigen – und vielleicht würde ich als Antwort ja hören: Ich bin 
von Pfingsten richtig begeistert. Da sind zwei Feiertage hintereinander. Und da sind Ferien. Da 
fahren wir jedes Jahr eine oder zwei Wochen weg. Mal Abstand gewinnen, sich an der Sonne und der 
Atmosphäre berauschen und das Essen genießen und den Wein und den Wind und die Berge oder das Meer. 
Ich bin begeistert von Pfingsten. Da kriege ich Abstand von meinen Pflichten, von allem, was das 
Leben eng macht und einschnürt. Und ich kann vieles von dem hinter mir lassen, was mich bindet und 
verpflichtet und mir die Luft zum Atmen raubt. Ich bin von Pfingsten richtig begeistert, da lebe 
ich auf.

Da bin ich Mensch, da darf ich sein wie ich bin.
Und wenn ich einen wie mich treffen würde mit dieser Frage, dann würde ich vielleicht auch sagen: 
Von Pfingsten bin ich ganz begeistert. Aber damit Sie das verstehen muss ich ihnen die 
Pfingstgeschichte erzählen: Von den Jüngern und was sie mit ihrem Glauben erlebt hatten:
Peinliche Stille hatte sich unter den Jüngern eingenistet. Damals, in jenen Tagen nach Ostern. 
Eigentlich hatten sie alles gewusst. Sie waren nicht im Unklaren geblieben, dass ihre Zeit mit 
Jesus einmal enden würde. Sie wussten, dass in diesem Leben nichts ewig bleibt.
Aber jetzt war Jesus nicht mehr da. Wie gerne hätten sie die Vergangenheit zurückgehabt, in der die 
Tage so voller Leben und Freude waren, voller Herausforderungen und voller Überzeugungskraft. Jeder 
Tag brachte neue Erfahrungen.
Seitdem war Gott für sie keine graue Theorie mehr, er war ihr täglicher Begleiter. Ihre Hoffnung 
war nicht mehr nebulös, sie hatte in Jesus Gestalt angenommen. Und Sie gehörten dazu. Das Leben war 
wunderbar und voller Wunder.
Jetzt war alles vorbei. Es gab kein zurück. Sie fühlten sich vom Leben abgeschnitten, kraftlos und 
ohne Ziel. Er fehlte ihnen so.
Grenzenlos war ihre Verunsicherung. Ihre Welt war aus den Fugen geraten. Sie fühlten sich wie 
abgestorben. Als fehlte ihnen die Luft zum Atmen.
So warteten sie, ohne zu wissen worauf. Blieben im Haus beisammen. Zurückgezogen. Nur nicht 
auffallen.

Dann kam Pfingsten. Sie konnten es nicht in Worte fassen. Es geschah etwas mit ihnen. Plötzlich 
spürten sie die Klarheit und die Kraft, diese Energie, diese Begeisterung. Später sagten sie: Da 
kam der Geist Gottes über uns wie etwas, das wir nicht beschreiben können. Aber dann richteten sie 
sich auf. Mit einem Mal bekam alles einen Sinn. Sie waren nicht am Ende. Es war ein Anfang, alles 
fügte sich zusammen. Alle die Verheißungen, alle die Worte, die Jesus gesagt hatte, wie Teile eines 
Puzzles ergaben sie ein Bild. Sie lebten auf. Atmeten tief ein, dann gingen sie aus sich heraus und gingen aus dem Haus.
Sie meldeten sich zu Wort, voller Begeisterung erzählten sie von allem, was sie mit Jesus erlebt und erkannt hatten. Sie gaben 
weiter, was ihnen eingeleuchtet hatte. Und jeder konnte sie verstehen, jeder konnte fassen, dass 
Jesus nicht weniger als den Tod selbst besiegt hatte, ja, dass es für jeden einen Sinn im Leben 
gab, jenseits aller Verzweiflung. Sie sollten einfach leben, intensiv, aus diesem Geist Gottes. Sie 
brauchten kein Gesetz mehr, das in Stein gemeißelt war und sie in die Pflicht nahm. Ihr Herzen 
waren erfüllt von diesem Geist Gottes. Begeistert und offen gingen sie auf alle zu und taten, was 
dran war.

Natürlich hatte Gott die Finger im Spiel. Er hat immer die Finger im Spiel, wenn Menschen die 
Talsohle durchschritten haben und ihre Kraft wieder spüren und ihren Weg wieder vor sich sehen und 
den ersten Schritt gehen, wenn sie diese erste Stunde vom Rest ihres Lebens mit ihrer Überzeugung 
füllen. Natürlich hat Gott die Finger im Spiel, wenn die Hoffnung ohne den Menschen auskommt, der 
ihr seine Gestalt geliehen hatte und wenn Gott wieder ihr täglicher Begleiter wird, nur ganz anders 
und für den Rest ihres Lebens.

Nun sahen sie wieder, wozu sie fähig waren.
Gott lässt nicht zu, dass du dich ewig in dich zurückziehst. Er will, dass du dich sehen lässt. 
Erkennbar wirst. Zeigst, wie du deine Niederlagen in einen neuen Aufbruch verwandelst. In einen 
Aufbruch voller Glauben, voller Hoffnung, voller Leben.
Pfingsten will uns mit dieser Begeisterung anstecken, mit der Begeisterung für die Kraft, die Gott 
uns schenkt, für die Klarheit und für die Orientierung in der Weite des Lebens. Pfingsten will 
alles in ein neues Licht stellen.
Ob wir das noch heraushören aus den Worten, die Paulus 30 Jahre später dafür gefunden hat?
1 So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. 2 Denn das Gesetz des 
Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und 
des Todes. 10 Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist 
Leben um der Gerechtigkeit willen. 11 Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten 
auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure 
sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.
Es ist eine sehr theoretische Begeisterung, die wir zwischen diesen Zeilen finden. Aber sie wollen 
uns sagen: Lass das ganze Leben Pfingsten sein. Lebe aus diesem Geist. Lass alles hinter dir, was 
dir die Luft zum Atmen nimmt. Lebe deine Verantwortung nicht als Pflicht, sondern aus Liebe. Lass 
dich nicht verunsichern, sondern folge deinem Gewissen, lebe nicht aus der Angst das Leben zu 
verpassen oder etwas falsch zu machen, lebe aus der Hoffnung, dass du tun kannst, was nötig ist und 
aus der Gewissheit, dass du Spuren des Segens hinterlassen wirst. Geh und lebe auf. Gott sieht dich 
schon am Ziel. Du wirst es finden. Wenn deine Zeit gekommen ist. Bis dahin lebe. Amen.

556,1-3 Der Geist von Gott weht wie der Wind
1. Der Geist von Gott weht wie der Wind auf Flügeln voller Frieden; wie Atem, der uns Leben gibt, 
hat er uns Ruh beschieden; wie Luft, die im Sturme aufersteht, dass alle Gewalt zu Ende geht, und 
kühle Brise weht.
2. Der Geist von Gott wie Feuer brennt, wie züngelnder Flammen Gebilde, das Unrecht verzehrt und 
den Hass versengt, wie Glut voll Treu und Milde: ein Hoffnungsfunke in der Nacht, ein tröstlich 
Licht, das über uns wacht, das Liebe uns gebracht.

3. Verborgen wirket Gottes Geist mit sanften, zarten Händen, wie Mutter uns die Wege weist, wo 
Angst und Trauer enden: Sie gibt uns Mut hindurchzusehn, und aufeinander zuzugehn, umhüllt uns mit 
Verstehn.
Text: Susanne Kramer 1990 nach dem niederländischen »De Geest van God waait als een wind« von 
Marijke Koijk-de Bruijne 1986; Melodie: Gon Voorhoeve 1986

Fürbitten und Vater unser
Heiliger Geist, ausgegossen bist du über diese Welt, seit jenem ersten Pfingstfest.
Lass dich erfahren. Erfülle du unsere Herzen. Löse uns aus der tödlichen Erstarrung der 
Gewohnheiten und lass uns offen werden für das Neue, das du in uns schaffen willst.
Komm, Schöpfer Geist, erleuchte und bewege uns. Leite und begleite uns auf unserem Weg des 
Glaubens. Reiß die Mauern nieder, die uns trennen. Öffne uns die Augen für den andern, damit wir 
den Fremden als Bruder erkennen was an ihm anders ist, als Reichtum sehen, was uns an ihm ärgert 
als Frage an uns hören.
Komm, Heiliger Geist, erneuere unsere Herzen mit deinem Frieden. Gib uns die Kraft, in den großen 
Spannungen unserer Tage nicht zu resignieren, sondern voller Energie anzugehen, was zu bestehen ist 
und der Angst zu trotzen, die sich im Blick auf die Zukunft manchmal breit machen will.
Denn in Gottes Hand sind wir geborgen. Mit dir, Geist der Kraft der Liebe und der Beständigkeit 
können wir bestehen, was vor uns liegt, uns mit den Fröhlichen freuen und mit den Traurigen 
trauern.

Fülle uns ganz aus, Heiliger Geist, mit deiner Phantasie, mit deinem Ideenreichtum, und mit der 
Glaubensgewissheit, die du schenkst, damit wir in der Bewegung des Glaubens bleiben, voller 
Offenheit und Klarheit, bereit zur Versöhnung. Lass uns ein lebendiges Zeugnis sein, für alle, 
diesen Weg noch nicht gefunden haben.
Komm, Tröster Geist, steh du allen bei, die deine Hilfe brauchen. Dir vertrauen wir uns an und 
beten gemeinsam:

Vater unser im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im 
Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir 
vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. 
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

W+ 161,1-3 Ich verlass dich nicht
Ich verlass dich nicht, verlass dich drauf. Hab dich fest in meiner Hand.
1. Deine Schritte gehe ich mit dir. Ich will dich bewahrn, nicht mit Liebe sparn. Deine Schritte 
gehe ich mit dir. Gehst auf gutem Land, ich geb es in deine Hand.
Ich verlass dich nicht, verlass dich drauf. Hab dich fest in meiner Hand.
2. Wenn du lachst, dann lache ich mit dir, wenn du tanzt und singst und vor Freude springst. Wenn 
du lachst, dann lache ich mit dir, geb dir dazu Grund, füll mit Freude Herz und Mund.
Ich verlass dich nicht, verlass dich drauf. Hab dich fest in meiner Hand.
3. Wenn du wachst, dann wache ich mit dir, wenn der Tag sich neigt und der Kummer bleibt. Wenn du 
wachst, dann wache ich mit dir. Hab dich fest im Arm, halt dich sicher, fest und warm.
Ich verlass dich nicht, verlass dich drauf. Hab dich fest in meiner Hand.
Text und Melodie: Tabea Hartmann. © buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart

Bleiben Sie behütet und bewahrt im Segen Gottes.
Der Herr segne dich und behüte dich. Er schütze dein Leben und bewahre deine Hoffnung. Er lasse 
sein Angesicht leuchten über dir, dass du leuchten kannst für andere. Gott, erhebe sein Angesicht 
auf dich und schenke dir Frieden. Gott gebe dir und allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein 
Gesicht zu geben.
So segne dich der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Exaudi, 29. Mai 2022 von Freimut Bott

Die Gedanken zum Anhören

Die Gedanken zum Nachlesen

Herzlich willkommen, zu unserem Gottesdienst am Sonntag Exaudi grüße ich Sie ganz herzlich mit dem 
Wochenspruch: Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. 
 Joh 12,32

Wir feiern Gottesdienst in einer Zwischenzeit. Himmelfahrt liegt hinter uns, Pfingsten liegt vor 
uns. Und dazwischen feiern wir diesen Sonntag Exaudi, benannt nach einem Satz aus Psalm 27: HERR, 
höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und erhöre mich!
Wir wissen uns heute Morgen geborgen in der Gnade Jesu Christi, der Liebe Gottes und der 
Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Amen.

EG 503 Geh aus mein Herz
1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud / in dieser lieben Sommerzeit / an deines Gottes Gaben; 
schau an der schönen Gärten Zier / und siehe, wie sie mir und dir / sich ausgeschmücket haben, sich 
ausgeschmücket haben.
2. Die Bäume stehen voller Laub, / das Erdreich decket seinen Staub / mit einem grünen Kleide; 
Narzissus und die Tulipan, / die ziehen sich viel schöner an / als Salomonis Seide, als Salomonis 
Seide.
Matthäus 6,28.29
8. Ich selber kann und mag nicht ruhn, / des großen Gottes großes Tun / erweckt mir alle Sinnen; 
ich singe mit, wenn alles singt, / und lasse, was dem Höchsten klingt, / aus meinem Herzen rinnen, 
aus meinem Herzen rinnen.
13. Hilf mir und segne meinen Geist / mit Segen, der vom Himmel fleußt, / dass ich dir stetig 
blühe; gib, dass der Sommer deiner Gnad / in meiner Seele früh und spat / viel Glaubensfrüchte 
ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe.
Text: Paul Gerhardt 1653; Melodie: August Harder vor 1813

Psalm 27
Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
     vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft;
     vor wem sollte mir grauen?
Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne:
     dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang,
zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn
     und seinen Tempel zu betrachten.
Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit,
     er birgt mich im Schutz seines Zeltes
und erhöht mich auf einen Felsen.
     Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe;
sei mir gnädig und erhöre mich!
     Mein Herz hält dir vor dein Wort:
»Ihr sollt mein Antlitz suchen.«
     Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,
     verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!
Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht
     und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil!
Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich,
     aber der Herr nimmt mich auf.
Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde
     die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen.

Harre des Herrn!
     Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!
Ehr sei dem Vater…

Guter Gott,
das Licht des Glaubens hast du in unsere Herzen gelegt. Und wir haben uns auf den Weg gemacht, so 
zu leben,
wie es deiner Liebe zu deiner Schöpfung und zu uns Menschen entspricht. Hab Dank allen Segen, den 
du uns im Leben unserer Gemeinde spüren lässt.
Gemeinsam suchen wir nach Wegen, die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen zu können. Wir 
spüren den Wandel, die Zeitenwende.
Wir stehen vor neuen Fragen, auf die unser Glauben Antworten sucht,
mit denen wir ein Miteinander gestalten können, das wir vor dir und vor unseren Kindern 
verantworten können und das Spuren deines Heils sichtbar macht.
Leite du uns durch deinen Heiligen Geist. Stärke uns durch das Licht deiner Liebe.
Lege deinen Segen auf alle, die aus deinem Geist ihr Leben gestalten wollen. Amen.

Schriftlesung Johannes 7,37-39
37 Aber am letzten, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme 
zu mir und trinke! 38 Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme 
lebendigen Wassers fließen. 39 Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an 
ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.

EG 136 O komm, du Geist der Wahrheit
1. O komm, du Geist der Wahrheit, / und kehre bei uns ein, / verbreite Licht und Klarheit, / 
verbanne Trug und Schein. / Gieß aus dein heilig Feuer, / rühr Herz und Lippen an, / dass jeglicher 
getreuer / den Herrn bekennen kann.
2. O du, den unser größter / Regent uns zugesagt: / komm zu uns, werter Tröster, / und mach uns 
unverzagt. / Gib uns in dieser schlaffen / und glaubensarmen Zeit / die scharf geschliffnen Waffen 
/ der ersten Christenheit.
4. Es gilt ein frei Geständnis / in dieser unsrer Zeit, / ein offenes Bekenntnis / bei allem 
Widerstreit, / trotz aller Feinde Toben, / trotz allem Heidentum / zu preisen und zu loben / das 
Evangelium.
7. Du Heilger Geist, bereite / ein Pfingstfest nah und fern; / mit deiner Kraft begleite / das 
Zeugnis von dem Herrn. / O öffne du die Herzen / der Welt und uns den Mund, / dass wir in Freud und 
Schmerzen / das Heil ihr machen kund.
Text: Philipp Spitta (1827) 1833, Melodie: Lob Gott getrost mit Singen (Nr. 243)

Liebe Leserin, lieber Leser,
am Donnerstag haben wir Himmelfahrt gefeiert – und heute sitzen wir unter diesem wunderschönen 
Nussbaum. - Und ich schaue mich um und dieser Platz tut mir gut und die Farben und wie es duftet 
und die Musik und das Miteinander. In meinem Herzen klingt es noch nach: Geh aus mein Herz und 
suche Freud. Und es fängt an in mir zu beten, voller Dankbarkeit für alles, was meinem Leben längst 
vorausging, für diese Natur, in der alles ineinandergreift und eins das andere stärkt und stützt 
und ergänzt. Es singt und betet in mir ein Loblied auf alles, was ich an Gutem erfahren habe, nicht 
nur in der Natur, die so beruhigend und wohltuend auf mich wirkt, auch für alles Gelingen in der 
Familie, im Miteinander, für alles Freundschaften, für alle Menschen, von denen ich mich verstanden 
fühle und in derer Gesellschaft ich mich wohlfühle.
Es singt und lobt und betet in mir – und ja, das tut mir gut. Diese Gedanken sind wohltuend und 
heilsam. Wie sehr sehne ich mich danach, dass das in unserer Welt die bestimmende Haltung ist, in 
der einer dem anderen Gutes wünscht und gönnt.

Aber dann mischen sich Bilder und Gedanken in mein Beten, die so gar nicht harmonisch sind, die mir 
das Lob im Halse ersticken.
Die täglichen Bilder und Berichte von Krieg und Zerstörung, von Überschwemmungen und 
Dürrekatastrophen, vom drohenden Hunger, von den Bedrohungen unserer Demokratie, von mundtot 
gemachten Journalisten und von wahllos erschossenen Kindern.
Das stumme Leid der einsamen und kranken, der Menschen in Angst und Sorge, die Situation derer, die 
sich in der Pflege ihrer Angehörigen abmühen für einen letzten Rest Lebensqualität.
Und ich frage mich: was wird aus meinem Gebet? Was bleibt von meinem Lob? Erstickt es in der 
endlosen Klage über die Missstände und Probleme, die uns zum Teil schon seit Jahrzehnten begleiten 
und nun immer deutlicher zu Tage treten?
Was bleibt, wenn mir die Worte versagen und nur noch ein tiefes, wortloses Seufzen über meine 
Lippen oder durch meine Gedanken dringt?
Und das trotz der Erfahrungen, die ich mit dem Gebet gemacht habe. Wie oft hat es mir gut getan, im 
Gebet Ruhe zu finden, meine Situation zu klären. Wie oft habe ich fast körperlich die Gegenwart 
Gottes gespürt- wie oft habe ich die Macht des Gebets erfahren, nicht in der Erfüllung aller 
Wünsche, und doch in einem neuen Verständnis meiner Situation.
Und doch sind die Tage nicht ausgeblieben, an denen mein Vertrauen und mein Gebet an ihre Grenzen 
gekommen sind, zu unerträglich waren und sind die Bilder, die sich in mein Bewusstsein drängen.
Dieses Empfinden, diese Grenzerfahrung des Gottvertrauens im Gebet scheint so alt zu sein wie die 
Christenheit. So schreibt schon Paulus im Römerbrief, in seinem Theologischen Bekenntnis im 8.
Kapitel:

26 Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten 
sollen, wie sich's gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem 
Seufzen. 27 Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; 
denn er tritt für die Heiligen ein, wie Gott es will. 28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott 
lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. 29 Denn die 
er ausersehen hat,  die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines 
Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. 30 Die er aber vorherbestimmt hat, 
die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber 
gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.
Was für ein Trost schwingt mit in diesen Worten in diesen Tagen kurz vor Pfingsten. Gott lässt uns 
nicht allein mit unserem Grübeln und Suchen, mit unserem Stammeln und Seufzen. Wo uns die Worte 
versagen, wo wir wortlos beten, da tritt Gottes Geist für uns ein. Da bringt Gott unser Stammeln 
und Seufzen zurecht, er, der die Herzen kennt, der versteht, was uns umtreibt, er, dem unsere Sorge 
nicht gleichgültig ist. Er, der unser Beten hört, dem doch dieser Vorbehalt innewohnt: Dein Wille 
geschehe.
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben alle Dinge zum Besten dienen. So schreibt es Paulus – 
und ich werde hellhörig. Hab ich das nicht schon irgendwo gehört? Dieses: Es wird schon alles 
seinen Sinn haben. Reifen wir nicht am intensivsten an den Rückschlägen und Schwierigkeiten unseres 
Lebens? Machen uns die überstandenen Krisen nicht erst belastbar, reflektiert, umsichtig und stark?
Ja, das habe ich ab und an auch schon so formuliert. Und doch sehe ich viel Not und Elend, Hunger, 
Ungerechtigkeit und Gewalt, denen ich keinen Sinn zumessen mag. Noch nicht mal im Rückblick.
Wir machen durchaus die Erfahrung, dass es Ereignisse gibt, die nach unserem Verständnis nicht zum 
Besten dienen. Das sind Ereignisse, für die uns nur die bittere Klage bleibt. Verständnislos sind 
wir konfrontiert und es geht uns wie Hiob, der auch nicht verstehen kann, dass Gott dem sinnlosen 
Leid Raum lässt. Ob wir es dann auch schaffen wie er an Gott dranzubleiben, trotz allem, was wir 
nicht verstehen? Und festhalten: Gott hat uns in seine Nähe gerufen mit unseren Fragen, mit unseren 
Klagen, mit unserem nicht verstehen können. Und er verheißt uns wie Jesus seine Herrlichkeit. Ja er 
holt sie gar aus der Zukunft und nimmt sie in unsere Gegenwart. Unser Weg führt uns dieser 
Herrlichkeit entgegen, die uns schon jetzt unsichtbar umfängt. Aber bis wir dort sind, bleibt uns 
die Verantwortung für unser Tun und Lassen. Bis wir dort sind, können wir den Unterschied machen. 
Mit unserer Offenheit, mit unserer Freundlichkeit, mit unserer Toleranz und unserer Zugewandtheit, 
mit unserer Konsequenz und unserer Bereitschaft zur Veränderung – und mit unseren Gebeten,
in denen wir das Schicksal all derer in die Hand Gottes legen, deren Leid wir nicht lindern und deren Not wir nicht beenden können.
Wir leben aus den Erfahrungen unseres Glaubens. Wir leben aus dem Erleben der Nähe Gottes, wie leben aus der Liebe, die er uns erweist. 
Wie sollten wir diese Liebe zu den Menschen und zur ganzen Schöpfung nicht weitergeben in dem 
Bemühen diese Herrlichkeit Gottes da und dort aufleuchten zu lassen. Amen.

NL+ 167 Keinen Tag soll es geben
1. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hände reicht. Keinen 
Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mit mir Wege geht.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft, der halte unsren Verstand wach und unsre 
Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.
2. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt. Keinen 
Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft, der halte unsren Verstand wach und unsre 
Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.
3. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mich mit Geist beseelt. Keinen. 
Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir das Leben schenkt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als unsre Vernunft, der halte unsren Verstand wach und unsre 
Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.
Text: Uwe Seidel. Melodie: Thomas Quast 1997. © tvd-Verlag, Düsseldorf

Fürbitten und Vater unser
Gott, manchmal ist uns das Seufzen näher als das Lob. Dann lassen wir uns füllen mit der Sorge und 
der Angst vor dem, was die Zukunft bringen mag.
Lass uns in alledem festhalten, dass wir mit unserem Seufzen gehalten sind in deiner 
Barmherzigkeit. Dass du uns nahe bist, auch wenn wir vieles nicht verstehen und dass unser Weg, den 
wir gehen uns deiner Herrlichkeit entgegenbringt.
Manchmal kommen wir uns hilflos und klein vor, ohnmächtig vor der Fülle an Bedrohungen und Not und 
Leid.

Lass uns dann an unserer Verantwortung festhalten. Zum Leben hast du uns berufen, zum Leben für uns 
und andere. Lass uns denen beistehen, die wir mit unserer Hilfe erreichen können. Und halte du alle 
in deiner Hand, deren Not wir nicht wenden können.
Deinen Geist der Beharrlichkeit und Beständigkeit verleihe allen, die sich für Gerechtigkeit und 
Frieden, für Menschenrechte und für die bedrohte Schöpfung einsetzen. Durch alle Enttäuschungen 
hindurch hilf ihnen, dranzubleiben, ohne Fanatismus, aber mit langem Atem.
Für alle, denen das Seufzen näher ist als das Lob, bitten wir dich, sei ihnen nahe, den Trauernden, 
denen ein Stück ihres Lebens verloren ging, dass sie das Vertrauen nicht verlieren und nicht die 
Hoffnung, dass du uns aus dem Tod ins Leben rufst. Amen.
Gemeinsam beten wir Vater unser im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille 
geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere 
Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse 
uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Bleiben Sie behütet und bewahrt im Segen Gottes.
Der Herr segne dich und behüte dich. Er schütze dein Leben und bewahre deine Hoffnung. Er lasse 
sein Angesicht leuchten über dir, dass du leuchten kannst für andere. Gott, erhebe sein Angesicht 
auf dich und schenke dir Frieden. Gott gebe dir und allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein 
Gesicht zu geben. So segne dich der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Jubilate am 8. Mai 2022, von Freimut Bott

Die Gedanken zum Anhören

Die Gedanken zum Nachlesen

Zu unseren gottesdienstlichen Gedanken am Sonntag Jubilate grüße ich Sie ganz herzlich mit dem 
Wochenspruch aus 2. Kor 5,7: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist 
vergangen, siehe, Neues ist geworden.
Im Mittelpunkt dieses Sonntags steht die Schöpfung. Davon singt das erste Lied:

Lied: EG 455,1-3 Morgenlicht leuchtet
1. Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang. / Frühlied der Amsel, Schöpferlob klingt. / Dank für 
die Lieder, Dank für den Morgen, / Dank für das Wort, dem beides entspringt.
2. Sanft fallen Tropfen, sonnendurchleuchtet. / So lag auf erstem Gras erster Tau. / Dank für die 
Spuren Gottes im Garten, / grünende Frische, vollkommnes Blau.
3. Mein ist die Sonne, mein ist der Morgen, / Glanz, der zu mir aus Eden* aufbricht! / Dank 
überschwenglich, Dank Gott am Morgen! / Wiedererschaffen grüßt uns sein Licht.
Text: Jürgen Henkys ( 1987 ) 1990 nach dem englischen »Morning has broken« von Eleanor Farjeon vor 
1933; Melodie: gälisches Volkslied vor 1900; geistlich vor 1933

Eingangsgebet
Gott, das Licht des Glaubens hast du in unsere Herzen gelegt. Und wir haben uns auf den Weg 
gemacht, so zu leben,
wie es deiner Liebe zu den Menschen und zu deiner Schöpfung entspricht.
Hab Dank für deine Nähe, die du uns spüren lässt und für allen Segen, den du uns in unserem Leben 
und im Miteinander in unserer Gemeinde spüren lässt.
Gemeinsam lässt du uns finden, wie wir die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen können. Wir 
spüren den Wandel, dem alles unterworfen ist. Wir stehen vor immer neuen Fragen, auf die unser 
Glauben Antworten sucht,
damit wir ein Miteinander gestalten können, das wir vor dir und vor unseren Kindern verantworten 
können, und das Spuren deines Heils sichtbar macht.
Leite du uns durch deinen Heiligen Geist. Stärke uns durch das Licht deiner Liebe. Lege deinen 
Segen auf alle, die aus deinem Geist ihr Leben gestalten wollen. Dir vertrauen wir uns in der 
Stille an. Amen.

Lesung: 1. Mose 1,1- 2. Mose 2,4
1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf 
der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es 
ward Licht. 4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 5 
und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. 6 
Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. 7 
Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und 
es geschah so. 8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag. 9 
Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einem Ort, dass man das Trockene 
sehe. Und es geschah so. 10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte 
er Meer. Und Gott sah, dass es gut war.
11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare 
Bäume, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist auf der Erde. Und es 
geschah so. 12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner 
Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott 
sah, dass es gut war. 13 Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. 14 Und Gott sprach: Es werden 
Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht.

Sie seien Zeichen für Zeiten, Tage und Jahre 15 und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass 
sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so. 16 Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes 
Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne. 17 
Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde 18 und den Tag und die 
Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. 19 Da ward aus 
Abend und Morgen der vierte Tag. 20 Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, 
und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. 21 Und Gott schuf große 
Seeungeheuer und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach 
seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. 
22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, 
und die Vögel sollen sich mehren auf Erden. 23 Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag. 24 Und 
Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und 
Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. 25 Und Gott machte die Tiere des 
Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach 
seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.


26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über 
die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde 
und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum 
Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu 
ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und 
herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das 
auf Erden kriecht. 29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen 
bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. 30 
Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, 
habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. 31 Und Gott sah an alles, was er 
gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
1 So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2 Und so vollendete Gott am siebenten 
Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er 
gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von 
allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. 4 Dies ist die Geschichte von Himmel 
und Erde, da sie geschaffen wurden. Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.

Predigtgedanken zu 1. Mose 2,1-2,4 (Die Schöpfungsgeschichte)
Liebe Leserin, lieber Leser,
Kinder lassen uns staunen über die Dinge, die wir sehen: Die Biene auf der Blüte, de Spinne im 
Netz, die Vogelkinder im Nest, die Eichhörnchen, die von Baum zu Baum springen, die Bachläufe an 
denen sich herrlich spielen lässt, die Berge, das Meer und alles, was einlädt, es zu erkunden. Je 
genauer wir hinschauen, desto mehr Respekt wächst vor dem Geschaffenen, Respekt vor dem Wetter in 
den Bergen, Respekt vor dem Wasser und seiner Kraft, Respekt vor der Sonne, und ihrer Strahlen. Mit 
unseren Kindern sehen wir, was geworden ist. Wir sehen, was vor Augen ist.
Und in jeder Generation gibt es wohl Kinder und Erwachsene, die sich fragen: Wie ist es gekommen, 
dass das alles so da ist wie es ist..
Der Schöpfungsbericht aus der Bibel, den wir eben gehört haben, ist im 6. Jh vor Christus 
entstanden, damals, als die Israeliten nach Babylonien weggeführt wurden. Dort gab es andere Erklärungen für die Entstehung der Erde.
Da ist sie aus dem Kampf der Götter entstanden. Da war der Krieg der Schöpfer aller Dinge, die geworden sind.
Ganz anders der biblische Bericht. Da ist die Natur nicht mehr voller Götter. Da gibt es nur noch 
einen Gott. Den Gott der durch sein Wort alles ins Sein ruft. Er spricht – und es wird.
Jetzt sind die Sterne am Himmel keine Götter mehr, die unser Schicksal bestimmen, ihre 
Konstellation wirkt sich nicht mehr auf unser Leben aus. Sie sind entzaubert, sie sind Lichter am 
Himmel, die uns bei Tag und Nacht leuchten und uns Orientierung schenken.
Gott spricht und es wird und alles ist aus seinem Wort geworden.
Der Himmel und die Erde, das Licht und das Leben, und eins entsteht nach dem anderen. Ein Prozess, 
den die Bibel in Tage einteilt, die Wissenschaft in Zeitalter. In der Prozesshaftigkeit des 
Entstehens stimmen die Erkenntnisse von damals und von heute überein. Die biblische Erklärung 
schaut vom Anfang nach vorn, bis zum Heute.

Die Wissenschaft geht den anderen Weg. Vom heute schaut sie zurück. Immer weiter. Durch das Werden 
und Entstehen des Lebens auf unserem Planeten bis in die Entstehung der Planeten und der 
Sonnensysteme, der Galaxien und der Weite des sich ständig ausdehnenden Raums. Welten voller Wunder 
tun sich ihnen auf. Mit schwarzen Löchern und dunkler Materie. Mit Teilchen, die wir bisher nicht 
kannten. Vom Größten bis zu Kleinsten forschen sie um zu verstehen wie alles geworden ist.
Mit der größten Maschine der Welt sind sie bis kurz nach dem Urknall gekommen. Sie haben Dinge 
entdeckt, die unser Standardmodell des Lebens bestätigen und in Frage stellen. Und wie die 
Schreiber des Biblischen Berichtes staunen sie über das, was sie sehen.
Denn auch diese Frage ist noch ohne Antwort: Was hat diesen Urknall ausgelöst, wo kam diese Energie 
her, aus dem unser Universum und alle Materie entstanden ist, die wir heute finden? Was hat diesen 
Prozess angestoßen. Und noch weit unvorstellbarer: Was war davor? Bevor dieses sich ständig 
ausdehnende Universum entstanden ist?
Eines Tages werden wir vielleicht auch Antworten auf diese Fragen kennen.
Ob es gewollt war? Dieses Werden? Je tiefer wir in die Zusammenhänge eintauchen, desto größer wird 
unsere Demut.

Und die Vorstellung der Menschen vor über 2600 Jahren, dass es eine Kraft, eine Energie eine Macht 
war, die wir Gott nennen, die alles ins Leben gerufen hat, ist gar nicht so abwegig, auch nicht für 
den, der Ergebnisse der Forschenden versteht.
Wenn wir diesen Schritt gehen, gehen wir dann auch den zweiten? Wenn dieses Universum und unsere 
Erde und das Leben, das sich da entwickelt hat, gewollt ist, wächst uns daraus nicht auch eine 
Verantwortung zu?
Es sind nicht zufällig die jüngeren Menschen, die derzeit auf die Straße gehen für die Zukunft 
dieses Planeten und ihrer Lebensgrundlagen. Wir haben keine Alternative zu diesem Lebensraum und 
wir sehen, dass die immer rücksichtslosere Ausbeutung der Ressourcen in den letzten 170 Jahre immer 
gravierendere Folgen haben. Die Anzeichen sehen wir seit gut 40 Jahren, erst belächelt, dann 
verdrängt, überdeckt von anderen Krisen und Problemen.
Jetzt lässt es sich nicht mehr leugnen. Die Auswirkungen sind deutlich sichtbar. Die Auswirkungen 
im Klima und in der Verschmutzung von Erde, Wasser und Luft. Täglich neue Erkenntnisse, neulich 
erst wurde erstmals Mikroplastik im menschlichen Blut festgestellt, selbst bei Menschen, die keinen 
Fisch essen.
Wir tun so, als könnten wir das Offensichtliche ignorieren und weiterleben wie bisher. Aber alles 
greift ineinander. Unser Wohnen und Arbeiten, unser Mobilsein und unsere Freizeit. Unser 
Produzieren und unser Konsumieren.
Dabei ist es unsere Erde doch wert, sie so zu erhalten, dass auch zukünftige Generationen noch 
staunen können. Zu fein ist alles gewoben und in ein Gleichgewicht gebracht.

Und jeder von uns hat an seinem Platz in seinem Leben und seiner augenblicklichen Situation die 
Möglichkeit, dieses verlorengegangene Gleichgewicht wieder herstellen zu wollen. Jeder von uns kann 
durch verändertes Verhalten dazu beitragen. Die kleinen Schritte werden wohl nicht mehr reichen. 
Noch können wir es schaffen. Und eines Tages staunen wie die Natur sich wieder erholt hat, wie 
alles wieder grünt und blüht und ineinandergreift.
Wenn nicht aus Verantwortung vor unserem Schöpfer, so doch aus Respekt vor den Bedürfnissen unserer 
Kinder. Amen.

Lied: EG 432,1-3 Gott gab uns Atem
1. Gott gab uns Atem, damit wir leben, / er gab uns Augen, dass wir uns sehn. / Gott hat uns diese 
Erde gegeben, / dass wir auf ihr die Zeit bestehn. / Gott hat uns diese Erde gegeben, / dass wir 
auf ihr die Zeit bestehn.
2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören. / Er gab uns Worte, dass wir verstehn. / Gott will nicht 
diese Erde zerstören. / Er schuf sie gut, er schuf sie schön. / Gott will nicht diese Erde 
zerstören. / Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln. / Er gab uns Füße, dass wir fest stehn. / Gott will mit 
uns die Erde verwandeln. / Wir können neu ins Leben gehn. / Gott will mit uns die Erde verwandeln. 
/ Wir können neu ins Leben gehn.  Text: Eckart Bücken 1982; Melodie: Fritz Baltruweit 1982

Fürbitten und Vater unser
Himmlischer Vater, wir wollen aus deinem Geist leben. Lass uns spüren, dass du da bist.
Gerade in den Stürmen unseres Lebens suchen wir deine Nähe. Schenke uns dann Ruhe und Orientierung, 
ein kurzes Innehalten, ein Gebet, und gute Gedanken. Stell uns Menschen an die Seite, die uns 
verstehen und mit uns guttun und uns spüren lassen, von allen Seiten umgibst du uns.
Himmlischer Vater, wir wollen aus deinem Geist leben. Wir alle sind auf deinen Namen getauft. Wir 
gehören zu deiner großen, weltweiten Familie, egal, auf welchem Erdteil wir leben. Dein Geist 
verbindet uns. Lass uns nicht gleichgültig werden für die Menschen, die in Not sind. Sie sind wie 
unsere Geschwister. Lass deine ganze Christenheit eine Gemeinschaft sein, die aus deinem Wort und 
aus deiner Liebe lebt, die in dieser Welt Impulse setzt für Frieden und Gerechtigkeit und ein
faires Miteinander unter allen Menschen.
Himmlischer Vater, wir wollen aus deinem Geist leben. Lass uns auf dein Licht schauen, auf die 
Orientierung, die du uns schenkst, auf die guten Wege, die wir im Licht des Glaubens entdecken 
können. Lass uns dein Licht hinaustragen in die Welt, damit es nicht dunkel bleibt, nicht bei uns 
und unseren Nachbarn und nicht bei denen, die in der Ferne nicht weiterwissen und nach 
Lebensmöglichkeiten suchen.
Wir wollen aus deinem Geist leben. Wir bitten dich um deinen Segen. Dass die Fülle sichtbar wird, 
die du uns versprochen hast, dass Versöhnung gelingt, wo Streit war, dass die Liebe wieder sichtbar 
wird, die uns verbindet. und dass die Leidenschaft uns weitertreibt, der Erde ein menschliches 
Gesicht und eine Zukunft zu geben.
Gemeinsam beten wir Vater unser im Himmel! Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille 
geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere 
Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse 
uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Bleiben Sie behütet und bewahrt im Segen Gottes:
Der Herr segne dich und behüte dich. Er schütze dein Leben und bewahre deine Hoffnung. Er lasse 
sein Angesicht leuchten über dir, dass du leuchten kannst für andere. Gott, erhebe sein Angesicht 
auf dich und schenke dir Frieden. Gott gebe dir und allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein 
Gesicht zu geben. So segne dich der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der
Heilige Geist. Amen.

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Misericordias Domini am 1. Mai 2022 von Freimut Bott

Die Gedanken zum Anhören

Die Gedanken zum Nachlesen

Begrüßung:
Zu unseren gottesdienstlichen Gedanken am Sonntag Misericordias Domini, dem 2. Sonntag nach Ostern, 
grüße ich Sie ganz herzlich mit dem Wochenspruch aus Joh 10,11.27.28: Christus spricht: Ich bin der 
gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe 
ihnen das ewige Leben.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen 
Geistes sei mit uns allen. Amen

Lied: W+15,1-5 Dass die Sonne jeden Tag
1. Dass die Sonne jeden Tag wieder neu am Himmel steht, dass in deinem Wissen, Gott, das Geringste 
nicht verweht: Dafür danken wir dir, Gott, der du alles mit uns teilst, unsre Freude unser Leid, ja 
unser Leben.
2. Dass die Not, die uns bedrückt, von dir selbst erlitten ist, weil du, Gott, in deinem Sohn uns 
ganz nah geworden bist. Dafür danken wir dir, Gott, …
3. Dass das Werden und Vergehn Wunder allen Lebens ist, dass du allem seine Zeit hier in dieser 
Welt bemisst. Dafür danken wir dir, Gott, …
4. Dass du unser enges Herz immer wieder öffnen willst, dass du unsre leere Hand immer neu mit 
Segen füllst.  Dafür danken wir dir, Gott, …
5. Dass du uns Gemeinschaft schenkst immer wieder wie ein Fest, dass du uns durch deinen Geist ganz 
lebendig werden lässt. Dafür danken wir dir, Gott, …
Text und Melodie: Kathi Stimmer-Salzeder. © Musik und Wort, Aschau

Psalm 23 Nr. 711
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
     Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
     Und ob ich schon wanderte im finstern Tal. Fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein 
     Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
     Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.


Gebet
Immer wieder beschenkst du uns, Gott, Neues tritt in unser Leben ein, bereichert uns. Gibt unserem 
Leben eine neue Dimension, einen weiteren Horizont, lässt manches, das uns bisher bewegt hat in 
einem neuen Licht erscheinen.
Anderes muß weiter in den Hintergrund treten, kann nicht mehr den alten Stellenwert behalten. Die 
Veränderung ist uns nicht immer willkommen. Manchmal müssen wir uns dem Neuem erst nach und nach 
öffnen. Und bereit werden für die Veränderung, die eingetreten ist. Und entdecken, dass unser Leben 
neue Räume durchschreiten kann. Wie gut, dass du, Gott, überall da zu finden bist, wo unser Leben 
neue Wendungen nimmt, gegenwärtig, mächtig, kraftvoll.
Wecke in uns den Mut, das Neue zu wagen und in der Weite des Lebens dir zu vertrauen. Denn wohin 
uns unser Weg auch führt, du bist es doch, der uns gehen heißt. Amen.

Lied: W+ 116,1-4 Da wohnt ein Sehnen tief in uns
Refrain: Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist 
ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.
1. Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir. In Sorge, im Schmerz, sei da, sei uns nahe, 
Gott.
(Refrain)
2. Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir. In Ohnmacht, in Furcht, sei da, sei uns nahe, 
Gott. (Refrain)
3. Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir. In Krankheit, im Tod, sei da, sei uns nahe, 
Gott. (Refrain)
4. Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir. Wir hoffen auf dich, sei da, sei uns 
nahe, Gott. (Refrain)
Originaltitel: There Is A Longing. Text und Melodie: Anne Quigley 1973; deutsch: Eugen Eckert 1986; 
© 1992 OCP Publications Small Stone Media BV, Holland. Für D,A,CH: Small Stone Media Germany GmbH

Predigt Joh 21,15-19
Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast 
du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich 
liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!
(16) Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu 
ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
(17) Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde 
traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du 
weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
(18) Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo 
du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird 
dich gürten und führen, wo du nicht hin willst.
(19) Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt 
hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!

Liebe Leserin, lieber Leser,
wir alle kennen das Bild vom guten Hirten, mal kitschig, mal ernst gemeint, wir an diesem Sonntag. 
Der Wochenspruch hat das Thema eröffnet: Da sagt Jesus: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören 
meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Was für 
ein mächtiger Akkord, der das alles zusammenklingen lässt: Die Stimme Jesu hören und daraus leben. 
Ihm folgen, sich entwickeln, wachsen und reifen. Nach seinem Vorbild.
Daraus ergeben sich die Fragen: Wie gehen wir angemessen miteinander um? Wie sehen die 
Lebensentwürfe aus, die wir unseren Kindern vorleben und allen, die uns erleben? Welches Bild von 
einem sozialen Miteinander zeichnen wir?
Der Predigttext entfaltet dieses Themenfeld. Exemplarisch zeigt er an Petrus, wie vorbildhaftes 
Handeln entsteht und woraus es seine Kraft gewinnt.
Schauen wir auf Petrus und seine Entwicklung, die er in der Begegnung mit Jesus durchläuft.
Er ist kein einfacher Charakter. Aber wer ist das schon. Wir kennen ihn aus den Geschichten in den 
Evangelien: Petrus, Immer ein wenig forscher als die anderen, immer vorne dran, immer ansprechbar, 
immer mit vollem Engagement und vollem Einsatz.
Er war es, der ohne zu überlegen seine Netze verließ und Jesus nachfolgte, er war es, der unbedingt 
wie Jesus auf dem Wasser gehen wollte und Angst bekam. Und - er war es, der als erster aussprechen 
konnte, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der Messias auf den sie alle warteten. Der Friedenskönig – 
und doch war er es, der Jesus bei seiner Verhaftung mit dem Schwert verteidigen wollte.
Und dann der Tiefpunkt: Dreimal verleugnete er Jesus im Hof des Hohenpriesters während der 
Verhandlung. Dreimal beharrte er darauf: Ich kenne ihn nicht, ich habe nichts mit ihm zu schaffen. 
Und er weinte bitterlich, als der Hahn krähte und ihm seine Untreue ins Bewusstsein rief. Petrus, 
ein schillernder Charakter.
Trotz alledem blieb er dran. Er war es, der als erster Mann das leere Grab betrat.
Er war es, der sich in einer Führungsrolle sah und sie doch nicht konsequent füllen konnte. Er, der 
immer sich sah, sich und seinen Mut, sich und die Erfahrungen, die er machen wollte, sich und seine 
Kraft. Selbst am Schluss noch rannte er mit Johannes um die Wette zum Grab – und war als erster da. 
Er war eingebunden in den Jüngerkreis und hatte doch immer sich selbst im Blick.
Wie die anderen war Petrus nach Ostern wieder an seine alte Arbeit gegangen, er arbeitete wieder 
als Fischer wie damals, bevor Jesus ihn zu sich rief.
Konnte er nach all diesen Erfahrungen einfach zurück, wieder der sein, der er einmal war?

Nach Ostern begegnet Jesus ihm und etlichen anderen Jüngern wieder am See. Sie hatten nicht viel 
gefangen. Aber auf das Wort von Jesus warfen sie noch einmal die Netze aus und machten einen 
reichen Fang. Als sie ans Ufer kamen, hatte Jesus sein Feuer schon brennen. Sie brachten von den 
Fischen und aßen. Hatte Jesus nicht gesagt, er wolle ihn zu einem Menschenfischer machen? Und er 
hatte ihn doch wieder bei den Fischernetzen gefunden. Alles umsonst, vergeblich? Oder doch eine 
Wende?
Es sollte seine letzte Begegnung mit Jesus werden. Seine letzte Chance. Das Gespräch war peinlich:
Hast du mich lieber als alle anderen? Petrus wird wohl in die Runde geschaut haben bevor er 
antwortete. Schließlich war Johannes auch da und etliche andere Jünger.
Was konnte er jetzt noch antworten`? Auch der Tiefpunkt stand im Raum. Bescheiden antwortete er: Du 
weißt, dass ich dich gernhabe. Es sind zwei unterschiedliche Worte für Liebe, die hier im Grundtext 
verwendet sind. Petrus geht eine Stufe zurück in der Dichte. Er bescheidet sich. Er vermeidet es, 
die anderen überragen zu wollen. Er reiht sich ein.
Er zeigt Demut, das Wissen darum, ersetzbar zu sein, das Wissen, nicht mehr zu sein, nicht 
wertvoller, nicht würdevoller. Dieser
Reaktion folgt ein Auftrag: Weide meine Lämmer.
Bescheiden wird diese Aufgabe beschrieben: Nicht: Übernimm meine Funktion, nicht: Sei mein 
Stellvertreter auf Erden, Nicht: Leite meine Kirche, nicht: Verwalte mein Erbe. Nein, Weide meine 
Lämmer, weide meine Schafe. Sorge dich. Komm deiner Fürsorgepflicht nach. Sei für und sei mit den 
anderen da.
Und nochmal fragt ihn Jesus und nochmal.
Bei der dritten Frage geht auch Jesus eine Stufe zurück. Jesus lebt vor, was er von anderen 
erwartet. Petrus, hast du mich gern? Jesus passt sich im Gespräch an seinen Gesprächspartner an. Er 
will ihn nicht überfordern. Er findet ein einheitliches Sprachmuster.  Eine kleine Lektion in 
angewandter Demut. Nicht du musst dich mir anpassen, ich passe mich dir an.
Petrus hat seine Lektion gelernt. Er, der dreimal geleugnet hat, bestätigt dreimal seine Zuneigung. 
Aber er erhebt sich nicht mehr über die anderen. Er hat seine Lektion gelernt: Du kannst es nicht 
alleine schaffen. Du brauchst die anderen. Du brauchst das Miteinander, das Team, die 
Solidargemeinschaft. Und du bist es, der das prägen und vorleben kann: Es geht nicht allein. Jeder 
kann etwas beitragen und jeder Beitrag ist wertvoll. Geistlich und wohl auch weltlich gut führen 
kann nur, wer daraus keinen Anspruch ableitet, wer ins Miteinander integrieren kann, wer selbst mit 
Hand anlegt und sich für nichts zu gut ist, letztlich, wer den Weg vom Herrschen wollen zum Dienen 
können gegangen ist.
So kann er den Auftrag übernehmen, so als einer unter vielen wirken. Kann zum Gelingen beitragen. 
Es geht eben nicht ums Herausstechen. Es geht ums Miteinander vorankommen. Verbunden mit der alten 
Weisheit, dass man sich im Leben möglicherweise zweimal begegnet. Und dann kann alles ganz anders 
sein. …und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. So steht es am Ende 
des Textes. Jede Aufgabe, die wir übernehmen, jede Funktion, die uns übertragen wurde, ist uns nur 
für eine Zeit übertragen. Eine Zeit, in der wir wirken und prägen können, in der wir da sein 
können, hilfreich, dynamisch, zielstrebig. Aber eben nur auf Zeit.
Der Tag wird kommen, an dem wir unsere Rolle abgeben. Anderen die Fäden übergeben, die wir in der 
Hand hielten und akzeptieren, dass wir auf andere angewiesen sind, dass Erfahrungen auf uns warten, 
die wir uns so nicht ausgesucht hätten, Herausforderungen, die wir alleine nicht bewältigen können, 
die uns bereitfinden müssen, Verantwortung abzugeben, und Hilfe anzunehmen, dankbar für jede 
Unterstützung, weil wir verinnerlicht und gelebt haben: Du kannst es nicht allein. Es geht nicht 
ohne die anderen, ihre Ideen, ihre Kraft, ihre Erfahrung, ihre Bereitschaft zusammenzuwirken. Folge 
mir nach!, sagt Jesus am Ende zu Petrus.
Es ist die Einladung, die Stimme des guten Hirten Jesus zu hören. Bereit zu werden, Demut zu 
lernen, zu wachsen und zu reifen an seinem Vorbild.
Und ich denke, dass wir als Gemeinde, als Menschen unterschiedlicher Generationen vielfältige 
Möglichkeiten haben, unsre jeweiligen Wahrnehmungen miteinander ins Gespräch zu bringen und 
segensreich zu wirken, was jetzt Not tut für uns und für die kommenden Generationen. Amen.


Lied: 551,1-6 Wo einer dem andern neu vertraut
1. Wo einer dem andern neu vertraut / und mit ihm eine Brücke baut, / um Haß und Feindschaft zu 
überwinden, / da kannst du Osterspuren finden.
2. Wo einer am Ende nicht verzagt / und einen neuen Anfang wagt, / um Leid und Trauer zu 
überwinden, / da kannst du Osterspuren finden.
(Kehrvers): Wo einer im Dunkeln nicht verstummt, / sondern das Lied der Hoffnung summt, / um 
Totenstille zu überwinden, / da kannst du Osterspuren finden.
3. Wo einer das Unrecht beim Namen nennt / und sich zu seiner Schuld bekennt, / um das Vergessen zu 
überwinden, / da kannst du Osterspuren finden.
4. Wo einer das Unbequeme wagt / und offen seine Meinung sagt, / um Schein und Lüge zu überwinden, 
/ da kannst du Osterspuren finden. (Kehrvers)
5. Wo einer gegen die Strömung schwimmt / und fremde Lasten auf sich nimmt, / um Not und Leiden zu 
überwinden, / da kannst du Osterspuren finden.
6. Wo einer dich aus der Trägheit weckt / und einen Weg mit dir entdeckt, / um hohe Mauern zu 
überwinden, / da kannst du Osterspuren finden. (Kehrvers)
Text: Reinhard Bäcker 1986; Melodie: Detlev Jöcker 1986

Fürbitten und Vater unser
Darum wollen wir dich von Herzen bitten, Gott, dass du uns erkennen lässt, dass wir Menschen sind, 
die aus deiner Liebe leben, aus deiner Nähe ihren Weg finden, aus deiner Gerechtigkeit die Stärke, 
und die Richtung für unser Leben.
Denn wir wollen den Weg der Liebe und den Weg der Gerechtigkeit und den Weg des Heils gehen. Gutes 
und Barmherzigkeit soll diesen Weg säumen. Denn wir wollen es wagen, deinen Segen hinauszutragen. 
Wir sehen so viel Unheil, Gott, so viel Unfrieden, so viel Gewalt, so viel Recht des Stärkeren. Dir 
steht jede Not vor Augen. In den vielen Katastrophen- und Kriegsgebieten dieser Erde, in den Slums 
und Armutsvierteln, in den Flüchtlingscamps und an den Orten, die in ihrer Angst vor Terror nicht 
zur Ruhe kommen.
Und überall hier bei uns, wo Lebensträume platzen und Menschen Wege gehen müssen, die sie sich 
nicht ausgesucht hätten, Wege des Neuanfangs, der Krankheit, des Todes und der Trauer.
Lass uns immer wieder die Erfahrung machen, dass sich unser Einsatz für das Leben lohnt. Lass uns 
beharrlich und bleiben, damit sich unser Engagement sich nicht in heiße Luft auflöst, auch wenn wir 
selten schnelle Erfolge sehen. Gib uns den langen Atem und die Geduld, den Weg weiterzugehen, den 
du uns zeigst, den Weg des Glaubens und des Friedens. Und stecke viele an, diesen Weg mitzugehen. 
Amen.

Gemeinsam beten wir: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille 
geschehe wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere 
Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern 
erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. 
Amen.

Lied W+ 202 Verleih uns Frieden gnädiglich
Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsren Zeiten. Es ist doch ja kein andrer nicht, der 
für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine, denn du, unser Gott, alleine.
Halleluja, Kyrie eleison: Herr Gott, erbarme dich! Halleluja, Kyrie eleison: Herr Gott, erbarme 
dich! Halleluja, Kyrie eleison: Herr Gott, erbarme dich! Halleluja, Kyrie eleison: Herr Gott, 
erbarme dich!
Text: Martin Luther 1529 nach der Antiphon „Da pacem Domine” 9. Jh.; Musik: Matthias Nagel. © 
Musik: Zebe Publishing, Berlin. © Text franz: beim Urheber

Bleiben Sie behütet und bewahrt im Segen Gottes:
Der Herr segne dich und behüte dich. Er schütze dein Leben und bewahre deine Hoffnung. Er lasse 
sein Angesicht leuchten über dir, dass du leuchten kannst für andere. Gott, erhebe sein Angesicht 
auf dich und schenke dir Frieden. Gott gebe dir und allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein 
Gesicht zu
geben. So segne dich der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Quasimodogeniti 24.4.2022, von Dajana Römer

Die Gedanken zum Anhören

Die Gedanken zum Nachlesen

 

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten." (1.Petrus 1,3) Mit dem Wochenspruch begrüße ich Sie und euch zu unseren gottesdienstlichen Gedanken am Sonntag Quasimodogeniti.

Wie sieht lebendige Hoffnung aus? Haben wir etwas davon gespürt, beim Osterfest vor einer Woche? Vielleicht bei der Osternacht, beim Gang von der Nacht in den Tag? Oder beim Familiengottesdienst mit der schönen Taufe und der gefüllten Kirche? Wie steht es mit unserer lebendigen Hoffnung, angesichts von Bildern und Nachrichten aus der Ukraine, angesichts von Coronafällen überall um uns herum, aus? Wir besinnen uns, um unsere Hoffnung lebendig werden zu lassen. Etwas davon zu verspüren, vom Geist Gottes, von Trost und Verheißung, in Gottes Gegenwart und in unserer Gemeinschaft.

 

Lied: NL 1,1-5 Dass die Sonne jeden Tag

Hymnus aus dem Römerbrief  (762)

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?

Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,

sondern hat ihn für uns alle dahingegeben –

wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?

 Gott ist hier, der gerecht macht.

Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist,

ja vielmehr, der auch auferweckt ist,

der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.

Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?

ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben,

weder Engel noch Mächte noch Gewalten,

weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,

weder Hohes noch Tiefes

noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe

Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Ehr sei dem Vater
Eingangsgebet und Stilles Gebet

Gott, du hast einen neuen Anfang gemacht, wo sich alles im Kreis dreht.

Du hast vom Leben erzählt, wo alles an den Tod glaubt.

Du hast uns gefunden, wo wir sind.

Lass uns aufstehen und das Leben suchen, das uns verloren ging.

Lass uns aufstehen und die Heiterkeit entdecken, die uns abhanden kam.

Lass uns aufstehen und die Liebe entdecken, die wir irgendwo liegengelassen haben.

Gott, du hast uns gefunden, wo wir sind.

Sei du mit uns, damit wir aufstehen können mit dir. Amen

Schriftlesung: Joh 20,19-29

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

EG 66,1.2.4.7.8 Jesus ist kommen

Predigt: Kol 2,12-15

Liebe Gemeinde,

ich lese den Predigttext für den heutigen Sonntag aus dem 2. Kapitel des Kolosserbriefes:

12Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. 13Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. 14Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet. 15Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und über sie triumphiert in Christus.

Liebe Gemeinde,

Kennen Sie das, wenn man mit einer prall gefüllten Einkaufstüte aus Papier vom Supermarkt zum Auto geht? Hoffentlich reißt sie nicht. Vielleicht hat man doch zu viel reingepackt? So ähnlich geht es einem, wenn man den Predigttext für den heutigen Sonntag aus dem Kolosserbrief begegnet. Er ist bis zum Bersten gefüllt: Taufe, Auferweckung, Glauben, Sünde, Schuldbriefe, Kreuz, Mächte und Gewalten… All das in einer Predigt? Wenn da mal die Tüte hält!

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen aus der Fülle, die unser Abschnitt anbietet, einen Vers herauszugreifen und näher anzuschauen. Und zwar den, der für den Kolosserbrief das Alleinstellungsmerkmal ist: „Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und über sie triumphiert in Christus.“

„Er hat die Mächte und Gewalten entkleidet.“ Von welchen Mächten und Gewalten ist hier die Rede? Der Kolosserbrief, ein Brief aus der Schule des Paulus, bezeichnet damit die Merkmale einer angstgeprägten und unfreien Religiosität. In der Gemeinde in Kolossä lebten Christen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Die einen waren zuvor Juden gewesen, die anderen prägte eine hellenistisch geprägte Religiosität. Beide brachten ihre je eigenen Vorstellungen mit. Denjenigen, die vormals Juden gewesen waren, war das Einhalten von Geboten sehr wichtig. Hierzu gehörte zum Beispiel Speisegebote, das genaue Einhalten von Festtagen und die Auffassung, dass auch Christen beschnitten werden sollten. Die hellenistisch geprägten Gemeindeglieder brachten ihrerseits mythologische Vorstellungen mit und hatten einen starken Engelglauben, der mit dem alleinigen Glauben an Christus konkurrierte. In beiden Fällen kam es zu einer Unfreiheit… man ließ sich durch menschliche Gebote einschränken oder von übermenschlichen Mächten einschüchtern.

Der Kolosserbrief möchte die Mächte und Gewalten, welche die Menschen bestimmten und ihnen Angst einflößten entkleiden. Er möchte den Kern des Glaubens aufdecken. Die Glaubenden sollen sich nicht durch menschliche Gebote einschüchtern lassen, weil die Taufe sie von alldem ein für alle Mal frei gemacht hat. Kosmische Kräfte und Elemente wie Engel und Dämonen sollen den Menschen keine Angst mehr machen, noch müssen sie verehrt werden, weil Christus über ihnen steht. Er ist ihr Herr und Meister. Sie sind ihm unterlegen.

Der Kolosserbrief wollte die unsichtbaren Mächte und Gewalten entkleiden, welche die Menschen damals bestimmten. Nun fürchten wir uns heute nicht mehr vor Dämonen, lassen unser Leben nicht von Engeln bestimmen oder uns durch religiöse Vorschriften in unserer Freiheit einengen. Aber gibt es nicht doch noch andere unsichtbare Dinge, die uns binden, unsere Verehrung oder Gehorsam fordern und in der der Lage sind uns Angst zu machen?

Ich denke da an die Macht eines unsichtbaren Virus, an den Geist der Krankheit, der uns schon einschüchtern kann, bevor wir überhaupt in die Situation kommen, wirklich gegen ihn ankämpfen zu müssen. Wir konnten und können sehr gut beobachten, wozu diese Furcht Menschen treibt. Leere Supermarktregale. Hamsterkäufe. Völlig irrational, weil es gar keine Versorgungsengpässe gab. Dann die Spaltung in der Gesellschaft und in vielen Familien zwischen Impfbefürwortern und Impfgegnern.

Ich denke auch an die Macht der Presse. Wir sehen es derzeit wieder in Russland, wie sie instrumentalisiert wird. Was geschieht, wenn es keine Pressefreiheit gibt. Welche Macht Propaganda und gezielte Falschinformationen haben um Angst und Hass zu schüren.

Ich denke an die realen politischen Mächte, die im Wettlauf um globale Interessen inzwischen wieder mit der nuklearen Aufrüstung begonnen haben. Wie auch in Deutschland im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine die Angst vor einem Angriff mit Atomwaffen aufkommt.

            Unsichtbare und teilweise auch sichtbare Mächte und Gewalten, die unser Leben bestimmen, es gibt sie nach wie vor. Sie tragen nur ein anderes Gesicht. Dagegen ruft uns der Kolosserbrief zu: „Über sie hat Christus triumphiert“. „Jesus Christus ist Sieger“. Alle Mächte und Gewalten sind bereits entthront, so real sie auch sein sollten. Sie können uns im Letzten nichts anhaben.

Ganz klar müssen wir hier unterscheiden zwischen den Letzten und den Vorletzten Dingen. Dem, was uns jetzt in diesem Leben bedroht und dem, was uns im ewigen Leben an Heil erwartet. Das Vorletzte können wir nicht einfach beiseiteschieben- doch das, was schon entschieden ist - der Triumph Christi über alles Böse- kann uns ein neues Licht aufs Vorletzte werfen. Kann uns davor bewahren, unsere Angst zu groß werden zu lassen, uns vor Lähmung und Stillstand bewahren.

 

Was gibt es noch für unsichtbare Mächte und Gewalten in unserem Leben? Es gibt da auch die ganz persönlichen: Wovon lasse ich mich bestimmen? Welche Mächte haben Einfluss auf mein Lebensgefühl, auf meine Entscheidungen und Prioritäten?

Haben Sie Ihre ganz persönlichen inneren Antreiber? Sätze, die sie verinnerlicht haben, wie zum Beispiel: „Nur keine Gefühle zeigen!“, „Schwächen werden ausgenutzt!“ oder: „Du musst dich durchbeißen!“ oder „Versuche, es anderen Recht zu machen“, oder auch „Nur wenn du etwas leistest, bist du etwas wert!“

Es ist gar nicht so einfach, sich von solchen Sätzen frei zu machen, sie zu entkleiden und ihnen etwas entgegenzustellen. Aber versuchen wir es einmal:

„Nur keine Gefühle zeigen!“, „Schwächen werden ausgenutzt!“: Warum? Gott selbst hat sich in der Schwäche gezeigt. Seine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Und er verwandelt Schwachheit in Kraft.

„Du musst dich durchbeißen“, „Versuche, es anderen Recht zu machen“ Warum? Auch du hast ein Recht darauf, wahrgenommen zu werden. Gott stellt deine Füße auf weiten Raum.

„Nur wenn du etwas leistest, bist du etwas wert.“ Keineswegs. Du bist für Gott wertvoll. Dieser Wert hängt an keiner Leistung.

Der Blick Gottes auf unsere inneren Antreiber kann uns helfen, sie zu entkleiden, ihnen ihre Macht zu nehmen. Ja, sie vielleicht sogar mit einem Augenzwinkern zu entlarven und mit einem Lachen zu enttarnen.

Vielleicht so, wie im Märchen von „des Kaisers neuen Kleidern.“ Der Kaiser lässt sich von Betrügern teure Kleider aus einem neuen Stoff aufschwatzen, der angeblich für alle untreuen und unfähigen Höflinge unsichtbar ist. Aus Angst geben alle vor, die neuen Kleider zu bewundern. Erst bei einem Umzug durch die Stadt ruft ein Kind das für alle Offensichtliche hinaus: Der Kaiser ist ja nackt! Damit ist der Bann gebrochen und das ganze Volk traut sich, die Wahrheit lachend auszusprechen.

Erkennen, welche Ängste uns daran hindern, die Freiheit ernst zu nehmen, die uns geschenkt ist. Erkennen, welche Mächte durch Christus längst entkleidet und entwaffnet sind. Den Mut gewinnen, die Wahrheit zu benennen und sie dann lachend aussprechen. Trauen wir der frohen Osterbotschaft, die uns lockt, den Raum der Freiheit zu betreten. Amen

 

Lied: EG 213,1-3 Wenn Glaube bei uns einzieht

 

Fürbittengebet und Vaterunser

Gott, du bist die Güte, aus der wir leben.

Du glaubst an uns.

Lass uns darauf zugehen an diesem Tag und alle Tage unseres Lebens.

Nimm die Kleinlichkeit und die Ängstlichkeit aus unserem Glauben,

nimm die Zweifel aus unseren Niederlagen und die Verachtung aus unseren vertanen Möglichkeiten.

Und lass uns leben, damit wir uns finden in dir, uns und die Menschen neben uns.

Gott, du glaubst an uns,

an Jesus damals und an unser menschliches Angesicht heute.

Wir denken jetzt an die Frauen und Männer, an die Jugendlichen und alten Menschen,

denen die Freude an sich und an anderen genommen ist,

die sich nicht ausstehen können, weil niemand zu ihnen hält,

die sich abgeschrieben haben, weil niemand in ihren Augen liest,

die es sich nicht recht machen können, weil niemand sie braucht.

Gott, du glaubst an sie.

Lass die Unmenschlichkeit ein Ende haben und zeige ihnen neuen Sinn in ihrem Leben.

Und aber hilf, ihnen zu helfen.

Wir denken jetzt an die Frauen und Männer unter uns,

die Freude und Hoffnung ausstrahlen an den Orten, an denen sie leben,

die manchmal ausgelaugt sind und müde von der Last der Pflege anderer,

denen manchmal zum Weinen zumute ist, weil sie sich überfordern.

Gott, du glaubst an sie.

Aus dem Möglichen, das wir tun können, aber auch aus unseren Grenzen, willst du das Unmögliche schaffen:

Dass wir gern auf dieser Erde und mit diesen Menschen leben wie Jesus uns ermutigt hat.

In Jesu Namen wagen wir unser Leben heute, beten wir gemeinsam:  

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und schenke euch Frieden.

Amen


Gottesdienstliche Gedanken zum Ostermontag, 18.4.2022, von Dajana Römer

Die Gedanken zum Anhören

Die Gedanken zum Nachlesen

 

Zu unserem gottesdienstlichen Gedanken am Ostermorgen begrüße ich Sie und euch recht herzlich.

Im Mittelpunkt dieses Gottesdienstes steht die Geschichte von Jona. Wie Gottes Wort ihm begegnete, wie er darauf reagierte, wie Gottes Wort uns heute begegnet, darüber wollen wir heute nachdenken.

 

Lied: 100,1-5: Wir wollen alle fröhlich sein

Psalm 118 Psalmgebet: 118 (EG 747)

Ehr sei dem Vater

Eingangsgebet und Stilles Gebet

Jesus Christus, Herr unseres Lebens,

Alle unsere Tage haben ihr Licht von dem Morgen,

an dem du die Nacht des Todes überwunden hast.

Alle unsere Nächte, auch die letzte,

haben ihren Trost von deiner Gegenwart,

die du uns zugesagt hast.

Hilf uns begreifen und bewahren,

was deine Auferstehung uns eröffnet hat:

überwunden ist, was uns bedrängt.

Vor uns aber liegt das Leben,

dass die Zeichen deiner Liebe und deiner Treue trägt. Amen

 

Schriftlesung : Lukas 24,13-35

Lied: NL 213,1-3. Wenn Glaube bei uns einzieht

 

Predigt zu Jona 2, (1-2)3-10 (11)

Zwei Angler unterhalten sich. Wie könnte es anders sein, sie tauschen Angeltipps aus: wo man wie und wann und womit welchen Fisch fangen kann. Und sie erzählen sich natürlich Anglergeschichten. Der erste berichtet davon, dass der dickste Fisch, den er einmal gefangen habe, ein Hecht von 80kg gewesen sei, mit dem er stundenlang gekämpft habe. Der zweite Angler sagt: so einen dicken habe ich nie am Haken gehabt. Das Verrückteste, das mir passiert ist, war eine Laterne, die ich aus dem Meer gezogen habe. Eine Schiffslaterne. Und weißt du was? Da war sogar noch ein Schild dran. Von 1912. Aber das ist noch nicht alles. Das war eine wasserdichte Laterne ... und das Licht brannte noch!

Der erste Angler starrt ihn mit großen Augen an. Nach kurzem Schweigen sagt er: Pass auf, ich zieh 50 Kilo von meinem Hecht ab, wenn du bei deiner Laterne das Licht ausmachst.

Anglergeschichten machen uns Nichtanglern klar: selbst Menschen, die Angeln gehen, tun das, weil sie etwas erleben wollen, und nicht weil das Gegenteil der Fall ist, wie es oft den Anschein hat. Ja, so wichtig sind die Errungenschaften und Leistungen, dass sie bei der Erzählung regelmäßig dazu gewinnen.

Ich stelle mir Jona in so einer Runde vor. Vielleicht mag er kurz den Impuls verspürt haben, zu sagen: Ihr glaubt gar nicht, was mir passiert ist. Aber wenn er schlau war, dann wird er seine Geschichte wohl kaum erzählt haben. Zu krass. Glaubt ihm eh keiner. Aber wir als Hörerinnen und Hörer dieser alten Geschichte würden doch sagen: der Jona, der hat was mit Gott erlebt.

Aber die Geschichte von Jona wurde für diesen Ostermontag nicht ausgewählt, um damit unsere Erlebnisse mit Gott blasser dastehen zu lassen. Denn die meisten von uns würden doch angesichts dieses Erlebnisses von Jona sagen müssen: ich hatte zwar mal einen Fisch im Bauch, aber umgekehrt?

Ich denke, die Geschichte wurde ausgewählt, weil sie von der Ostererfahrung eines Menschen erzählt. Von Jona, der uns zu Beginn seiner Geschichte im Grunde sehr ähnlich ist.

Sie beginnt damit, dass Gott Jona anspricht. „Und das Wort des Herrn geschah zu Jona.“ Ein sehr knapper Auftakt der Geschichte, ohne Schnörkel, ohne Hintergrund. Gottes Wort steht plötzlich im Raum. Wir kennen Jonas Situation nicht. War er beim Arbeiten? Saß er im Gottesdienst, einer Predigt lauschend? War er gerade bei der Siesta in der Hängematte? Beim Joggen? Beim Einkaufen? War es mitten in der Nacht?

Gott ruft Jona, seinen Propheten. Doch statt sich darüber zu freuen, läuft Jona weg. Flieht vor Gottes Auftrag. 

Ist das nicht seltsam? Wenn wir davon hören, was Menschen mit Gott in ihrem Leben erlebt haben, dann ist doch unsere Reaktion eher diese: „Ich würde Gott gerne auch mal erleben; ich möchte auch so etwas in meinem Leben erfahren.“ Oder auch klagend: „Warum ist bei mir alles eintönig und nichts passiert?“

Und trotzdem: wenn man uns fragen würde, ob wir ein Prophet/ eine Prophetin Gottes sein wollten, dann würden wir vielleicht auch so reagieren wie Jona. „Ach lass mal. Das ist garantiert mit Arbeit, mit Zeitaufwand, mit Dienst und mit Hingabe verbunden. Das wird mir zu viel.“

Und daher beginnt der Text auch nicht mit einer vorsichtigen Anfrage Gottes: „Jona, willst du eventuell mein Prophet werden?“ Vielleicht wollte Gott sich die ehrliche Antwort des Jona ersparen. „Muss ich dafür was tun? Tut das weh? Ist das gefährlich? Muss ich dazu aus der Hängematte raus?“

Daher wählt Gott eine kurze Ansage und sagt „Kum!“ Das ist hebräisch und heißt: „Steh auf!“ Wir würden heute sagen: „Raus! Hoch! Los!“ Das Wort Gottes begegnet Jona. Und dann passieren zwei Dinge. Erstens hat das Wort Gottes einen ganz konkreten Inhalt. Jona erhält einen Auftrag: Geh in die Stadt Ninive. Sage den Menschen dort, dass mir ihr böses Denken und Tun missfällt und dass ich sie bestrafen werde, wenn sie sich nicht ändern.

Genauso begegnet uns übrigens allen das Wort Gottes! Also nicht mit dem Auftrag, eine Drohpredigt über eine Stadt zu halten. Sondern so, dass Gott uns anspricht- das tut er nämlich- auch heute noch: entweder wir hören sein Wort im Gottesdienst, lesen es in der Bibel oder wir gehen unsere üblichen Beschäftigungen nach und plötzlich leuchtet es uns auf. „Auf, Los, Komm!“ sagt es, es trifft auf eine empfängliche Stelle in uns. Es spricht etwas in uns an und bewegt etwas in uns.  Es lässt uns aufhorchen und lebendig werden. Und immer hat Gottes Wort einen konkreten Inhalt.

Und dann geschieht das Zweite. Wir reagieren auf dieses Wort, auf die einen oder andere Art. Genauso wie es Jona tat. Bei ihm ist die Reaktion extrem. Er rennt aus Leibeskräften in die entgegengesetzte Richtung. Weg von Gottes Auftrag.

Diese Reaktion des Propheten bringt uns eine der berühmtesten Geschichten des Alten Testaments. Wie Jona sich auf die Flucht begibt vor Gott und seinem Auftrag. Aus uns nicht ersichtlichen Gründen. Wie sein Schiff in einen Orkan gerät. Wie er sich schließlich ins tosende Meer werfen lässt und nun, von einem Fisch verschluckt, im Dunkeln, es geschafft hat, am gottfernsten Platz dieser Erde anzukommen, tief unten am Meeresgrund, den Toten näher als den Lebenden.

Und dort geschieht das Wunder. Es ist uns in einem Gebet, einem Psalm überliefert, der schöner nicht sein könnte. Nicht Gott eröffnet jetzt das Gespräch, sondern Jona. Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst! Und dann steht da: und er antwortete mir.

Jona hatte Gott nicht geantwortet. Wie oft hat Gott vielleicht nach uns gerufen und wir haben nicht geantwortet? Doch Gott antwortet. Antwortete ihm an dem Ort, der weiter nicht von Gott entfernt sein könnte. Ich lese Jonas Gebet:

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst,

und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes,

und du hörtest meine Stimme.

4Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer,

dass die Fluten mich umgaben.

Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich,

5dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen,

ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen.

6Wasser umgaben mich bis an die Kehle, die Tiefe umringte mich , Schilf bedeckte mein Haupt.

7Ich sank hinunter zu der Berge Gründen,

der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich.

Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!

8Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN,

und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel.

9Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade.

10Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen.

Meine Gelübde will ich erfüllen. Hilfe ist bei dem HERRN.

Das Gebet des Jona findet im Fisch statt. Wir wissen nicht, was genau Gott antwortet. Aber wir beobachten: Jona hat keine Angst mehr. Nicht mehr vor Gott, nicht mehr vor sich selber und auch nicht mehr vor seinem Auftrag. Und so spricht Gott zu dem Fisch und dieser speit Jona ans Land aus. Jona ist zurückgelehrt ins Land der Lebenden.

Nun können wir fragen. Muss das so sein? Müssen wir erst ganz unten ankommen, damit wir Gott erleben, ihm begegnen? Müssen wir erst wie Jona am Boden des Meeres enden? Ist das unvermeidlich? Kann man Gott erst begegnen, wenn man sich an die Grenze begibt?

Jona würde sicherlich sagen: bei mir war das wohl so. Der eine oder die andere von uns kann das sicherlich auch von sich sagen. Ich musste erst ganz unten ankommen. Aber nötig ist das nicht. Es war Jonas Wahl, nicht Gottes.

Der Bibeltext gibt eine andere Antwort. Das Erleben Gottes findet gar nicht so sehr in den Umständen statt, im Sturm oder im Fisch, als im Gespräch zwischen Jona und Gott. Als Jona beginnt, Gott wahrzunehmen, da erlebt er ihn. Und das gilt heute so wie damals. Ich glaube, dass es gar keine extremen Umstände braucht, um Gott im Zwiegespräch zu ereben, dass es kein Fischbaucherlebnis braucht. Ich denke, Gott wird da erlebt, wo das echte Bedürfnis erwacht, mit ihm in Kontakt zu treten.

Bei Jona kam das erst recht spät. Ich hoffe, dass es bei uns anders ist. Dass wir Gott erleben, seine Hilfe erfahren, seine Liebe, sein Handeln in unserem Leben. Dass wir Ostererfahrungen machen, Auferstehung mitten im Leben, nicht nur heute am Ostermontag, sondern immer wieder. Amen

 

Lied:  EG 225,1-3 Komm, sag es allen weiter

Lied: 116, 1-4 Er ist erstanden Halleluja

Fürbittengebet und Vaterunser

Guter Gott,

das Geheimnis der Auferstehung fordert und trägt uns

an allen Tagen und durch alle Nächte unseres Lebens.

Wir bitten dich heute für uns: Halte unseren Glauben lebendig,

dass wir auf dich hoffen und vertrauen.

Gib uns Müden und Unvermögenden neue Kraft und Stärke.

Gott, wir bitten dich: Lass die gute und froh machende Botschaft

von deiner Auferstehung zu allen Menschen kommen,

dass sie verwandelt werden durch dein Wort.

In Gedanken an Menschen, denen wir verbunden sind,

bitten wir dich um deine Hilfe: Tröste die Leidtragenden,

stärke die Angefochtenen, steh den Sterbenden bei.

Sei bei allen Menschen, die Krieg und Unmenschlichkeit erleben müssen,

vor allem in der Ukraine. Steht Ihnen bei und hilf, dass Frieden werde.

Erhöre uns, Gott, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen

 

Segensbitte: 103,1.5 Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Segen

Gottesdienstliche Gedanken zum Ostersonntag 17.4.2022, Familiengottesdienst, von Dajana Römer

Die Gedanken zum Anhören

Die Gedanken zum Nachlesen

 

Wir feiern unseren Ostergottesdienst im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ich begrüße Sie zu unseren gottesdienstlichen Gedanken an Ostern. Ostern heißt: Wir feiern miteinander den Sieg Gottes über den Tod, über Feindschaft und alles Böse.

 

Eingangspsalm: Psalm W 768 Gott, du bist freundlich zu uns

Refrain alle, I Frauen; II Männer

I+II Gott, du bist freundlich zu uns, gib uns, Gott, deinen Segen.

I Dein helles Licht soll uns scheinen, damit wir deine Wege finden,

II damit auf der weiten Welt alle Menschen dein Heil erkennen.

I+II Gott, du bist freundlich zu uns, gib uns, Gott, deinen Segen.

I Preisen sollen dich alle Menschen, Gott, alle Menschen sollen dich preisen.

II Sie sollen lachen und fröhlich sein, denn du kennst den richtigen Weg;

was du willst, das hören die Menschen.

I+II Gott, du bist freundlich zu uns, gib uns, Gott, deinen Segen.

I Danken sollen dir alle Menschen, Gott, alle Menschen sollen dir danken.

II Deine Erde schenkt für uns ihre Früchte, Gott,

du schaust freundlich auf uns, alle Welt soll dich ehren.

I+II Gott, du bist freundlich zu uns, gib uns, Gott, deinen Segen.

Ehr sei dem Vater

Eingangsgebet

Gott, heute, wo wir Ostern feiern,

wollen wir uns für die Auferstehung Jesu öffnen wie eine Blume.

Wir wollen das Licht, das uns leuchtet, wahrnehmen wie die Blüten am Baum.

Deine Liebe ist stärker als der Tod.

Nichts kann uns von ihr trennen.

Dafür danken wir dir. Amen

 

Lied: 103,1-6 Gelobt sei Gott im höchsten Thron

 

Osterevangelium

Die Sonne lacht, die Blumen wachsen, die Vögel singen: So war es auch vor 2000 Jahren. Der Frühling hatte begonnen.

Aber den Freunden von Jesus war nicht nach Fröhlichkeit zumute. Ganz im Gegenteil: gerade mussten Sie Jesus in sein Grab legen. Sie rollen einen großen, schweren Stein davor. Für die Freunde Jesu ist der Tod ihres Freundes eine Katastrophe. Alle sind traurig, sie bleiben in ihren Häusern, machen alles dunkel und wollen niemand sehen.

Der dritte Tag nach der Kreuzigung Jesu beginnt. Die Sonne geht auf. Es ist ein herrlicher Morgen. Doch Maria, eine Freundin von Jesus, sieht ihn nicht. Sie ist mit ihrer Freundin losgegangen zum Grab Jesu. Dorthin, wo man ihn hingebracht hat. Sie wollen nach dem Grab sehen. Maria ist voller Trauer. Sie geht langsam. Sie muss an vieles denken. Sie fragt sich: »Warum musste das alles so geschehen? Warum haben sie ihn gekreuzigt? Er hat doch niemandem etwas getan!« Mit diesen Gedanken kommt sie zum Grab. Maria ist am Boden zerstört.

Aber da erlebt sie etwas Ungeheuerliches. Sie traut ihren Augen nicht: Der Stein vor Jesus Grab ist weggewälzt!

Schnell läuft sie zum Grab und schaut hinein. Aber – was ist das? Das Grab ist leer! Nein, nicht leer! Da sitzt jemand am Eingang der Höhle. Ein Engel, ein Bote Gottes in leuchtendem Kleid! Erschrocken schlägt Maria die Hand vor den Mund.

Aber der Engel spricht: »Fürchte dich nicht! Ich weiß, wen du suchst: Jesus, den gekreuzigten Jesus! Aber er ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er gesagt hat.«

Maria kann nicht glauben, was sie gerade erlebt. Sie ist verwundert und freudig zugleich. Sie will etwas von dieser Freude weitergeben. Schnell läuft sie zu Jesus Jüngern und Jüngerinnen und erzählt ihnen, was passiert ist.

Und kurze Zeit später ist die Freude noch größer. Jesus selbst erscheint seinen Freunden und Freundinnen, als sie gerade beim Essen beieinandersitzen. Jesus erzählt Ihnen davon, was Gott getan hat. Seine Liebe war größer und stärker als der Tod. Davon sollen alle Menschen erfahren. Und so ist die freudige Nachricht in die Welt gedrungen: Jesus lebt! Er ist auferstanden!

 

Lied: 112,1-3.8 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden

 

Predigt = Taufansprache:

Liebe Gemeinde,

Ostern ist das »Fest der Eier«. Zum Osterfest gibt es Eier in allen möglichen Varianten: traditionell gekocht und gefärbt oder ausgepustet und kunstvoll angemalt. Es gibt Eier aus Schokolade oder gefüllt mit leckerer Creme. Eier auf alle möglichen Weisen gebastelt und verziert. Ich möchte heute gern der Verbindung von Ostern und Ei nachgehen.

Wir haben zu Hause in diesem Jahr viele Eier ausgepustet. Eines davon habe ich heute dabei.

Es ist ein »Taufei« für den kleinen Jungen, der heute am Ostersonntag getauft wird. Ich dachte: Ein Taufei ist etwas Besonderes. Das passt gut zu einer Taufe im Ostergottesdienst.

Ein ausgepustetes Ei ist immer ein besonderes Ei. Es ist innen hohl – leer. Es erfordert eine gewisse Kunstfertigkeit, es herzustellen. Das ausgepustete Ei erinnert uns an das Grab, das die Frauen am Ostermorgen aufsuchen: Das Grab ist leer. Jesus ist nicht mehr darin zu finden.

Das ausgepustete Ei ist innen auch leer. Es ist im besonderen Maße ein Symbol für das leere Grab.

Ein Ei im Allgemeinen, aber ein ausgepustetes Ei im Besonderen, ist sehr zerbrechlich. Schon ein leichter Zusammenstoß mit etwas Hartem kann die Schale zerspringen oder zerbrechen lassen. Das erinnert uns an die Zerbrechlichkeit von Leben überhaupt.

Ein rohes Ei ist andererseits auch unglaublich stabil. Wenn du das Ei in Längsrichtung zwischen Zeigefinger und Daumen nimmst und ordentlich drückst, dann ist es nicht kaputtzukriegen. Das liegt an der Eiform, die der Schale den größtmöglichen Widerstand gegen Druck von außen ermöglicht. Wäre es anders, dann würde jedes Ei beim Ausbrüten durch die Henne bereits zerdrückt werden.

Zerbrechlich und stabil ist jedes Ei – so wie auch unser Leben zugleich zerbrechlich und stabil ist. Das Ei ist ein Symbol für Leben. Aus einem befruchteten Ei entspringt neues Leben. Wir selbst haben uns alle mal aus einem befruchteten Ei entwickelt.

Das Ei ist auch ein Symbol für Verwandlung. Es ist schon ein Phänomen, dass das Küken im Ei, wenn es fertig entwickelt ist, anfängt, die Eierschale von innen aufzupicken. Vielleicht hört es ja die Stimme der Henne, die es nach draußen lockt. Und wenn das Küken langsam die Schale aufpickt, um das Leben draußen kennenzulernen, dann geschieht eine wunderbare Verwandlung vom Ei zum Küken. Aus dem Ei arbeitet sich das Küken langsam nach draußen und legt die alte Hülle ab. Das hätte sich das Küken vermutlich vorher nicht träumen lassen, was da draußen auf es wartet. Und auch wir sehen dem Ei nicht an, was darinnen im Verborgenen wartet, um ans Licht zu kommen.

So ähnlich muss es bei der Auferstehung sein. Wo immer wir nach unserem Tod sein werden, hören wir die Stimme Gottes, die uns zu einem neuen Leben ruft, zur Auferstehung. Wie das sein wird, das können wir uns nicht vorstellen. Aber wir wissen: es gibt sie, die Auferstehung zu neuem Leben. Sie verwandelt uns. Wir werden nicht genauso sein wie vorher. Von dem auferstandenen Jesus wird erzählt, dass er von seinen Freunden zuerst nicht erkannt wurde. Jesus ist nicht einfach in sein altes Leben zurückgekehrt. Er wurde verwandelt zu einem neuen Leben. Keiner hat diese Verwandlung gesehen, so wie auch wir von außen die Verwandlung vom Ei zum Küken nicht sehen können.

Wie mag das neue Leben nach der Auferstehung sein? Wir wissen es nicht. Und auch ein Küken kann das nicht vorher wissen, was hinter der Schale wartet! Aber es pickt sich durch, weil es ahnt, dass dahinter etwas Gutes zu entdecken ist. So können auch wir darauf vertrauen, dass nach dem Tod etwas Gutes auf uns wartet. Das Küken folgt der Stimme der Henne, und wir folgen der Stimme Gottes, die uns zu neuem Leben ruft. Die Verwandlung ist direkt nicht sichtbar und irgendwie geheimnisvoll, aber sie vollzieht sich! Alle unsere Worte und Vergleiche sind immer zu gering, um die Verwandlung der Auferstehung zu beschreiben.

Auferstehung geschieht nicht erst nach unserem Tod, sondern auch im Hier und Jetzt. Gott ruft uns immer wieder dazu, das Leben wieder neu zu entdecken und zu leben und uns verwandeln zu lassen. Gerade wenn wir ein Kind taufen, können wir das wunderbar entdecken. Wenn ein Kind in die Welt kommt, dann entdecken seine Eltern, die Geschwister, die Verwandten, das Leben noch einmal ganz neu. Vieles sehen wir durch die neugierigen Augen unserer Kinder noch einmal ganz anders. Ganz neu.

Als ich das Taufei für unseren Täufling gemacht haben, habe ich es zuerst gefärbt. In Rot, als Zeichen für die Liebe. Die Liebe in seiner Familie und die Liebe Gottes zu ihm. Danach habe ich seinen Namen und sein Taufdatum draufgeschrieben. Als nächstes habe ich ein Kreuz und einen Fisch als Symbol für den Glauben draufgemalt.

Das Ei soll ihn und seine Familie an die heutige Taufe erinnern. Und es soll uns alle daran erinnern und uns dazu ermutigen, das Leben immer wieder zu suchen, wie wir auch die versteckten Eier suchen! Feiern wir das Leben, das uns immer wieder neu geschenkt wird, an Ostern, in der Taufe und an jedem neuen Tag! Amen

 

Fürbittengebet und Vaterunser

Gott, du kannst alles verwandeln – auch uns. Jesus ist auferstanden –

das hat Maria wieder froh gemacht.

Die Osterbotschaft will auch uns verwandeln.

Darum denken wir heute an die Menschen, die sich nicht freuen können: 

Menschen, die traurig sind, die krank sind und einsam,

die große Sorgen haben, die nicht geliebt werden.

Sei du, Gott, mit ihnen allen, wie du auch mit uns allen bist.

Hilf ihnen, dass sie trotz ihres Kummers wieder froh werden können.

Gott, wir bitten dich, hilf den Menschen in der Ukraine und allen,

die von dort flüchten müssen. Schenke den Menschen, die nur an Krieg und Gewalt denken, deinen Geist des Friedens.

Und schenke uns, deiner ganzen Kirche und aller Welt frohe Ostern.

Lied: Christ ist erstanden, Halleluja EG 116, 1–3

Segen


Gottesdienstliche Gedanken zum Karfreitag, 15.04.2022 von Freimut Bott

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Gottesdienstliche Gedanken zum Gründonnerstag, 14.4.2022 von Freimut Bott

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Gottesdienstliche Gedanken zum Palmsonntag 10.4.2022, Goldene Konfirmation, von Dajana Römer

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Judika, 3.4.2022 zu Mk 10,35-45 von Freimut Bott

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Lätare, 27.3.2022 von Dajana Römer

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Okuli, 20.3.2022 von Dajana Römer

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Reminiszere, 13.3.2022 Gottesdienst von Freimut Bott

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Invocavit, 6.3.2022, von Dajana Römer

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Estomini, 27.2.2022 von Freimut Bott

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Sexagesimae, 20.2.2022

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Sonntag, 13.2.2022, Septuagesimae, Musikalische Ausgestaltung: Bernd Stäb und Musikteam

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Ökumenischer Gottesdienst im Rahmen des ökumenischen Kanzelringtasuches am 06.02.2022 in St. Paulus.

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Gottesdienstliche Gedanken am 3. Sonntag nach Epiphanias, 23.1.2022

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Gottesdienstliche Gedanken zum 2. Sonntag nach Epiphanias am 16.1.2022

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Gottesdienstliche Gedanken am 1. Sonntag nach Epiphanias, 9.1.2022

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Gottesdienstliche Gedanken an Epiphanias, 6.1.2022

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Gottesdienstliche Gedanken am 1. Sonntag nach dem Christfest, 2.1.2022

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Gottesdienstliche Gedanken zu Silvester 2021

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Gottesdienstliche Gedanken an Weihnachten, 25.12.2021

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Krippenspiel 2021


Gottesdienstliche Gedanken an Heiligabend- Christvesper

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Gottesdienstliche Gedanken an Heiligabend 2021, Christmette

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Weihnachtliche Klänge des Posaunenchors Oßweil


Gottesdienstliche Gedanken am 4. Advent, 19.12.2021

sehr frei nach: Thomas Laubach: Liturgische Adventsfeiern; Freiburg i.B. 2010
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Gottesdienstliche Gedanken am 3. Advent, 12.12.2021

nach einer Vorlage aus: Thomas Laubach: Liturgische Adventsfeiern; Freiburg i.B. 2010
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Gottesdienstliche Gedanken zum 2. Advent 05.12.2021

nach einer Vorlage aus: Thomas Laubach: Liturgische Adventsfeiern; Freiburg i.B. 2010

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Gottesdienstliche Gedanken am 1. Advent, 28.11.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum Ewigkeitssonntag, 21. November 2021

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Gottesdienst am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres, 14.11.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zu Beginn der Friedensdekade, 8.11.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum 15. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest mit der Feier der Goldenen Konfirmation des Jahrgangs 1956/57 am 12. September in der Januariuskirche Oßweil

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Gottesdienst für Mensch und Tier, 27.6.20201

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Gottesdienst am 20.6.2021, Diakonie-Sonntag, 3.Sonntag nach Trinitatis

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Gottesdienstliche Gedanken zum Erntebittgottesdienst 13.6.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum 6.6.2021, 1.Sonntag nach Trinitatis

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Trinitatis am 30.5.2021

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Gottesdienstliche Gedanken am Pfingstmontag, 24.5.2021

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Gottesdienstliche Gedanken am Pfingstsonntag, 23.5.2021

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Gottesdienstliche Gedanken am Sonntag Exaudi, 16.5.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Rogate, 9.5.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Kantate am 2.5.2021 von Freimut Bott zu Lukas 19,37-40

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Jubilate, 25.4.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum Sonntag Miserikordias Domini, 18.4.2021

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Gottesdienstliche Gedanken am Sonntag Quasimodogeniti, 11.4.2021

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Gottesdienst am Ostersonntag, 04.04.2021

Gottesdienst von Freimut Bott


Gottesdienstliche Gedanken am Karfreitag, 2.2.2021

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Gottesdienstliche Gedanken am Gründonnerstag, 1.2.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum Palmsonntag, am 28.3.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum 5. Sonntag der Passionszeit, Judika, am 21.3.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum 4. Sonntag der Passionszeit, Lätare, am 14.03.2021

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Gottesdienstliche Gedanken am Sonntag Okuli 7.3.2021

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Gottesdienstliche Gedanken zum 2. Sonntag der Passionszeit, Reminiszere, am 28.02.2021

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Gottesdienstliche Gedanken am Sonntag Invocavit, 21.2.2021

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Gottesdienstliche Gedanken am Sonntag Estomihi, 14.2.2021

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gottesdienst am letzten Sonntag nach Epiphanias, 31.1.2021

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gottesdienst am 3. Sonntag nach Epiphanias, 24.1.2021

Gottesdienstliche Gedanken von Dajana Römer

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Gottesdienst am 2. Sonntag nach Epiphanias, 17.01.2021

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gottesdienst am 1. Sonntag nach Epiphanias, 10.01.2021

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gottesdienst an Epiphanias 6.1.2021

Gottesdienstliche Gedanken von Dajana Römer

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Gottesdienstliche Gedanken zur Jahreslosung am 3. Januar 2021

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gottesdienst am Altjahresabend, 31.12.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Dajana Römer

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Gottesdienst mit Krippenspiel an Heiligabend


Christvesper mit Posaunenchor

Spende für Brot für die Welt

Wenn Sie HIER klicken, kommen Sie zur Druckversion der Christvesper.



Die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus und Lukas

Die Weihnachtsgeschichte mit biblischen Erzählfiguren


Gottesdienst am 4. Advent, 20.12.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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Gottesdienst am 3.Advent, 13.12.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gottesdienst am 2.Advent, 06.12.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gottesdienst am 1.Advent, 29.11.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Dajana Römer

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Gottesdienst am Ewigkeitssonntag (Letzter Sonntag des Kirchenjahrs), 22. November 2020

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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Gottesdienst am 15.11.2020, vorletzter Sonntag des Kirchenjahres

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gottesdienst am 08.11.2020, Drittletzter Sonntag des Kirchenjahrs

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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Gottesdienst am 01.11.2020, 21. Sonntag nach Trinitatis in Oßweil

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gottesdienst am 25.10.2020, 20. Sonntag nach Trinitatis in Oßweil

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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Gottesdienstliche Gedanken zum 17. Sonntag nach Trinitatis, 4. Oktober 2020

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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Gottesdienstliche Gedanken zum 15.n.Tr., 20.9.2020 von Freimut Bott


Gottesdienstliche Gedanken zum 13.9.2020, 14. Sonntag nach Trinitatis


Gottesdienstliche Gedanken zu Apg 6,1-7 am 13. Sonntag nach Trinitatis


Gottesdienstliche Gedanken zum 12. Sonntag nach Trinitatis, 30.8.2020


9. Sonntag nach Trinitatis am 2. August 2020


"Glauben und Sehen" - Gottesdienst im Grünen am 8. Sonntag nach Trinitatis, 2. August 2020

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7. Sonntag nach Trinitatis, 26.7.2020; Hebr 13,1-3

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott


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6. Sonntag nach Trinitatis, 5.7.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott


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5. Sonntag nach Trinitatis, 12. Juli 2020

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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4. Sonntag nach Trinitatis, 5.7.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Erntebitt-Gottesdienst "...soviel er zum Essen brauchte", 28. Juni 2020

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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2. Sonntag nach Trinitatis, 21.6.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Liturgie für den 1. Sonntag nach Trinitatis, 14. Juni 2020

Musik: Joseph Liebl, Liturgie und Predigt: Christina Beck

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Liturgie für den Sonntag Trinitatis, Dreieinigkeitsfest am 7.6.20

Musik: Bernd Stäb, Liturgie und Predigt: Freimut Bott

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Pfingstsonntag, 31. Mai 2020 - Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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6. Sonntag nach Ostern, Exaudi (nach Ps. 27,7: Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe! Sei mir gnädig und erhöre mich!) 24. Mai 2020

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Ökumenischer Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt, 21. Mai 2020

HIER geht es zum Livestream des Gottesdienstes.

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5. Sonntag nach Ostern, Rogate (Nach nach Mt 7,7: Bittet, so wird euch gegeben) 17. Mai 2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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4. SONNTAG NACH OSTERN, 10. Mai 2020

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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3. Sonntag nach Ostern, Jubilate (Nach Ps 66,1: Jauchzt Gott, alle Lande.) 3. Mai 2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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2. Sonntag nach Ostern, Misericordias Domini (nach Ps 33,5: Die Erde ist voll der Güte des Herrn), 26.4.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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1. SONNTAG NACH OSTERN, 19. April 2020


Ostersonntag, 12. April 2020

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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Osternacht in Oßweil am 12. April 2020

Eine österliche Morgenandacht von Christina Beck

„wo einer im Dunkeln nicht verstummt“

 

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Karfreitag, 10. April 2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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Gründonnerstag, 9.4.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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6. Sonntag in der Passionszeit, Palmsonntag, 5.4.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

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5. Sonntag der Passionszeit, Judica, 29.3.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Christina Beck

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Orgelmusik von Bernd Stäb: Gott des Himmels und der Erde (EG 445)

Orgelmusik von Bernd Stäb: Von Gott will ich nicht lassen 

Orgelmusik von Bernd Stäb: AMEN, AMEN, AMEN

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4. Sonntag der Passionszeit, Lätare, 22.3.2020

Gottesdienstliche Gedanken von Freimut Bott

 

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